Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Farle, ich glaube, Massenarbeitslosigkeit ist im Moment nicht das Hauptproblem Deutschlands, sondern wir haben sehr viele offene Stellen, Hunderttausende, und das sind nur die gemeldeten. Natürlich gibt es Menschen, die arbeitslos sind, denen der Zugang zum Arbeitsmarkt verwehrt ist, die durch reale oder gläserne Hemmnisse davon ferngehalten werden. Also, ich will nicht leugnen, dass es solche individuellen Schicksale gibt. Aber als volkswirtschaftliches Problem haben wir eher das, dass wir zu wenig Arbeitskraft in Deutschland haben.
Was die Industrialisierung und die Industriestrategie angeht, so reicht die Zeit nicht aus, um all die Investitionen – sagen wir über 100 Millionen Euro – hier aufzuzählen, es sei denn, Sie fragen mich und lassen mir genug Zeit. Aber es sind einige, die allein in den letzten Monaten getätigt worden sind: in Batterien über Halbleiter bis hin zur großen Transformation beispielsweise der energieintensiven Industrie im Stahlbereich. Das heißt: Wir kommen dort voran.
Und was die Rezession angeht, so ist es richtig: Wir hatten über die Wintermonate eine technische Rezession. Das Wachstum ist nicht zufriedenstellend. Umgekehrt ist es gelungen, die Höhe der Inflation im Herbst abzubremsen. Das heißt, wir rechnen damit – und alle Institute rechnen damit –, dass wir im nächsten Jahr wieder deutliche Wachstumszahlen sehen werden.