Dies gelingt nur mit einer Wirtschaftsweise, die Ökonomie und Ökologie vereint. Hier sind sich die Agrarwissenschaftler schon lange einig.
Im Mai letzten Jahres gab es hier im Deutschen Bundestag eine öffentliche Anhörung zum Thema „Brachflächen und Stilllegungen“. Der Agrarökonom Professor Lakner von der Universität Rostock hat dort eindringlich vor den Folgen eines immer schlechteren ökologischen Zustandes der Agrarsysteme gewarnt.
Brachen sorgen gemeinsam mit Blühstreifen für einen besonders effizienten Schutz der Biodiversität. Beispiele sind am Boden brütende Vögel, aber auch Wildkräuter. Durch eine Strukturerhöhung tragen Brachen außerdem zum Insektenschutz bei; ich denke dabei an Bestäuber und Nützlinge. In ausgeräumten Landschaften sind Brachen daher besonders effizient. Brachen tragen schließlich auch zur Bodenfruchtbarkeit sowie zum Erosionsschutz bei und wirken als Puffer bei Nährstoffüberschüssen.
Untersuchungen des Thünen-Instituts haben gezeigt, dass als Brachen meist die Flächen eines Betriebes ausgewählt werden, die nur geringe Erträge erbringen. Die auf diesen Flächen realisierbare kurzfristige Produktionssteigerung ist also nicht erheblich. Langfristig überwiegen die ökologischen Funktionen der Brachen eindeutig, und sie helfen, die landwirtschaftliche Produktion auch dauerhaft zu sichern.
Dr. Röder vom Thünen-Institut hat in einer Anhörung noch auf einen weiteren Aspekt hingewiesen: Viele Arten in unserer Kulturlandschaft sind auf lückige Bestände angewiesen. Eine Steigerung des Produktionsniveaus geht aber fast unweigerlich mit dichteren Beständen einher. Als Ausgleich werden die Brachen also immer wichtiger.