Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! An dieser Stelle sprechen wir sehr häufig vom Fachkräftemangel und wie er unseren Wohlstand bedroht. Natürlich tun wir das zu Recht. In den letzten Jahren haben wir aus meiner Perspektive jedoch zu wenig über die jungen Menschen gesprochen, die einmal zu diesen Fachkräften werden sollen.
Wir haben zu wenig gesprochen über vernünftige Ausbildungsbedingungen, über Ausbildungsqualität, über gute Bezahlung. Wir haben zu wenig gesprochen über 2,6 Millionen Menschen in diesem Land, die keine Ausbildung haben. Wir haben zu wenig gesprochen über Hunderttausende junge Menschen, die in einem Übergangssystem geparkt sind, ohne dass sie ihrem Ausbildungsabschluss einen Schritt näher gekommen sind.
Dass sich das ändert, dafür haben wir als SPD gekämpft. Dafür haben wir gekämpft an der Seite der Gewerkschaft und insbesondere an der Seite der Gewerkschaftsjugend. Ich freue mich sehr, dass ihr heute hier seid, um dieser Debatte zu folgen. Wir haben dafür gekämpft, dass sie kommt, die Ausbildungsplatzgarantie.
Ich freue mich, dass wir mit dem heutigen Gesetz diese Ausbildungsgarantie beschließen und damit jedem jungen Menschen das individuelle Recht auf eine Ausbildung zugestehen. Das ist ein verdammt guter Tag für diese Republik.
Die Ausbildungsgarantie ist am Ende aber natürlich mehr als nur das individuelle Recht. Es geht dabei um ein Versprechen von uns allen. Es geht dabei auch besonders um die Begleitung der Übergänge zwischen Schule und Beruf. Es geht auch um die Stärkung von Jugendberufsagenturen. Und ja, es ist auch ein Versprechen der Wirtschaft, alle Möglichkeiten der dualen Ausbildung zu schaffen, die man schaffen kann, alles anzubieten. Deshalb gucke ich auch mit großer Freude nach Bremen, wo diese Ausbildungsgarantie nämlich noch mit einer Umlage begleitet wird. Ich glaube, auch hier sehen wir, dass noch weitere, ergänzende Schritte notwendig sind, um das gesamte Potenzial auszuschöpfen.