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122. Sitzung
Donnerstag, 21. September 202320. Wahlperiode, 122. Sitzung
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Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Das Judentum ist, anders als der Islam, in Europa tief verwurzelt. Das Christentum ist aus dem Judentum hervorgegangen, und das blickt auf 1 700 Jahre Geschichte in Deutschland zurück. Nach dem Zivilisationsbruch der Nationalsozialisten wollen wir, dass jüdisches Leben in Deutschland wieder blüht. Darum unterstützen wir den Vertrag zwischen dem Zentralrat der Juden und der Bundesrepublik.

Beifallbei der AfD

Die politischen Positionen innerhalb der jüdischen Gemeinde sind allerdings sehr vielfältig. Sie reichen von den Linken, dem sogenannten progressiven Judentum, bis zu den Orthodoxen. Für diese Meinungsvielfalt steht in Deutschland die „Jüdische Allgemeine“ für die Linksliberalen oder die „Jüdische Rundschau“ für die Konservativen.

Innerhalb der jüdischen Gemeinde sind die Gegensätze so groß wie hier in diesem Hause. Das sehen wir deutlich auch in Israel, wo die Justizreform der Regierung Netanjahu sehr kontrovers diskutiert wird. Die konservative Mehrheit der Knesset in Israel steht der AfD politisch näher als den Grünen; das werden Sie wohl kaum bestreiten. Die Mehrheit in Israel ist nicht links, nicht linksliberal und auch nicht progressiv. Sie ist konservativ, sie ist national, und sie ist religiös. Diese Stimmen der Mehrheit sollten wir mindestens genauso hören wie die linksliberalen und progressiven Stimmen der Minderheit.

Beifallbei der AfD

Und genauso wie die Deutsche Bischofskonferenz und die Synode der EKD sollte auch der Zentralrat der Juden das gesamte politische Spektrum repräsentieren und nicht nur den kleineren Teil.

Zurufdes Abg. Timon Gremmels [SPD]

Darum verbinden wir unsere Unterstützung für den Vertrag mit dem Appell an Herrn Schuster zu mehr politischem Pluralismus.

Probieren Sie es doch mal mit dem Pluralismus!

Ergreifen Sie nicht einseitig Partei! Repräsentieren Sie auch den Teil der jüdischen Gemeinde, der nicht mit der israelischen Opposition sympathisiert, sondern mit der konservativen Mehrheit, der die Islamisierung als existenzielle Bedrohung erkennt,

Zurufdes Abg. Thomas Rachel [CDU/CSU]

der die Werte der Thora gegen den Genderwahn verteidigt,

Lachenbei Abgeordneten der SPD

der konservativ denkt, fühlt und handelt und von denen ein Teil bei den Juden in der AfD ihre politische Heimat gefunden hat.

Beifallbei der AfD

Jüdisches Leben gehört nicht nur zu Deutschland. Jüdische Tradition und Religion kann einen wichtigen Beitrag leisten für die dringend notwendige geistig-moralische Wende in Europa.

Vielen Dank.

Beifallbei der AfD

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