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127. Sitzung
Mittwoch, 11. Oktober 202320. Wahlperiode, 127. Sitzung
33 VermerkeReaktionswert: sehr hoch673 Wörter Im Protokoll lesen

Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Mir fällt es jetzt unwahrscheinlich schwer, nach solchen Schimpftiraden hier zu reden.

Seit dem letzten Wochenende sind wir geschockt von den Angriffen auf Israel. Den ganzen Tag reden wir bereits darüber – nicht nur im Innenausschuss – und sind immer noch fassungslos. Viele von uns waren schon in Israel, und wir fragen uns, wie das passieren konnte, und vor allem, wie es jetzt weitergehen soll. Die Angriffe auf Israel müssen endlich aufhören, meine sehr verehrten Damen und Herren.

Beifallbei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP

Immer mehr Menschen bezahlen den Fanatismus der Hamas mit ihrem Leben. Was, frage ich Sie, sind das für skrupellose Menschen, die feiernde junge Leute massakrieren und vergewaltigen,

Zurufvon der AfD: Das hat es in Frankreich auch schon gegeben! Das ist doch nichts Neues! Bataclan!

die Videos von blutüberströmten Körpern ins Internet stellen? Wir sind alle entsetzt und wie betäubt von dieser Gewalt. Nicht so die AfD; das hört man jetzt an Ihren Zwischenrufen, und das können wir auch Ihren Anträgen entnehmen.

Sie haben doch gar nicht zugehört eben!

Hören Sie auf mit diesen Verleumdungen!

Man sieht Ihre Vorurteile gegenüber Muslimen.

Zurufvon der AfD: Das sind keine Vorurteile! Das sind Tatsachen!

Und Sie schlagen wieder einmal Scheinlösungen vor.

Beifallbei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP
Zurufvon der AfD: Sie sind lächerlich!

Ja, meine Damen und Herren, verfassungsfeindliche, antisemitische Gruppierungen müssen verboten werden.

Dann machen Sie das doch! Ja, nichts tun Sie!

Das geschieht durch unsere Innenministerin. Ich erinnere an das Verbot der Hammerskins oder der Artgemeinschaft in den letzten Wochen. Ein solches Verbot muss gerichtsfest sein. Deshalb wird ein gewisser Vorlauf benötigt. Und dann werden auch solche Organisationen verboten, um die es hier geht.

Leere Versprechen!

Ein Beschluss des Bundestages, wie ihn die AfD vorschlägt, hätte vor Gericht keinen Bestand und ist deshalb keine Lösung. Die AfD hat keine Lösung, meine Damen und Herren.

Es ist für uns alle unerträglich, wenn Menschen das Leid anderer auf den Straßen von Berlin und Duisburg feiern, begleitet von antisemitischen und gewaltverherrlichenden Parolen. Das muss unterbunden werden, und das wird es auch.

Beifallbei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP

Die rechtsstaatlichen Mittel dafür sind vorhanden, sie müssen nur angewendet werden.

Zurufvon der AfD: 8 Prozent in Bayern!

Dafür ist eine weitere Sensibilisierung und gute Schulung von Polizei und Justiz erforderlich und eine Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg nötig.

Zurufvon der AfD: Alles Ausreden!

Judenfeindschaft ist Judenfeindschaft – ob von rechts oder aus dem Islamismus heraus.

Oder von links!

Die AfD duldet Antisemitismus. Sie verharmlost den Holocaust,

Das ist eine Verleumdung! Unverschämtheit! Schwurbeleien!

sie pflegt antisemitische Verschwörungserzählungen, auch hier im Bundestag.

Beifallbei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP

Ihr Antisemitismus ist genauso schlimm wie die antisemitischen Jubelfeiern auf der Sonnenallee in Neukölln.

– Dann hören Sie mir doch einfach zu! – Es ist nichts Neues, dass sich politische Konflikte auch auf die Schulen auswirken.

Lamya Kaddor [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN], an die AfD gewandt: Das ist jetzt nach hinten losgegangen, was Sie losgetreten haben!
Zurufder Abg. Beatrix von Storch [AfD]

Ich kenne das aus meiner eigenen Arbeit als Schulleiterin und Schulrätin.

Zurufvon der AfD

Hier ist konsequentes Handeln gefragt.

Bla, bla bla!

Antisemitismus in Schulen hat verschiedene Ausprägungen: In Neukölln wurde ein Schüler mit einer Palästinafahne handgreiflich. In Burg im Spreewald gab es judenfeindliche Äußerungen im Klassenchat.

Zurufvon der AfD

In Bayern wurde ein extrem antisemitisches Flugblatt in einer Schultasche gefunden.

Antisemitismus in Schulen muss konsequent verfolgt werden,

Beifallbei der SPD und der FDP

Bla, bla, bla!

mit konsequentem Handeln der Lehrerinnen und Lehrer und der Schulleitung.

Übrigens: Unser brandenburgischer Bildungsminister Steffen Freiberg hat am Montag eine Handreichung vorgestellt, um Schulen zu sensibilisieren und konkrete Handlungswege aufzuzeigen.

Zurufder Abg. Beatrix von Storch [AfD]

In Berlin gibt es mit KIgA ein Projekt zur Unterstützung von Lehrerinnen und Lehrern Ich habe übrigens an meiner Schule

Es geht hier um muslimischen Terror, nicht um Schulen! Sprechen Sie mal zur Sache!

Zurufder Abg. Beatrix von Storch [AfD]

bei rechtsextremen Vorfällen immer konsequent die Polizei eingeschaltet. Das war sehr wirksam.

Und wir müssen aktiver werden für die Demokratiebildung der jungen Menschen und ihrer Eltern. Es gibt gute Ansätze. Antisemitismus muss auch bei Zugewanderten zu bekämpfen sein wie zum Beispiel mit den Demokratielotsen. Diese Ansätze müssen flächendeckend umgesetzt werden.

Zurufder Abg. Beatrix von Storch [AfD]

Außerdem brauchen wir einen differenzierten Umgang mit muslimischen Organisationen in unserer Gesellschaft. Die allerwenigsten Musliminnen und Muslime in Deutschland unterstützen Islamisten.

Das hören wir gerade!

Es gibt eine große demokratische muslimische Zivilgesellschaft, die wir stärken müssen.

Wo ist denn die Gegendemo?

Zurufder Abg. Beatrix von Storch [AfD]

Das ist der richtige Weg.

Beifallbei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der FDP

Es ist falsch, wie die AfD es vorschlägt, Muslime pauschal auszugrenzen, sie zu diskriminieren und Vorurteile zu schüren. Diese Haltung zahlt auf das Konto der Islamisten ein, meine Damen und Herren.

So ein Blödsinn!

Der Ansatz der AfD ist gefährlich für unser Land!

Beifallbei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der FDP

Durch den Antisemitismus der Islamisten und der Rechtsextremen sind Jüdinnen und Juden gleichermaßen bedroht. Wir stehen an der Seite unserer jüdischen Freundinnen und Freunde, unserer Nachbarinnen und Nachbarn. Es ist unsere Pflicht, jüdisches Leben in Deutschland zu schützen und Antisemitismus in jeder Ausprägung zu bekämpfen.

Dann tun Sie es doch endlich!

Zurufdes Abg. Leif-Erik Holm [AfD]

Wir lehnen Ihre Anträge ab.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

Beifallbei der SPD, dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP
Heiterkeitbei Abgeordneten der SPD

Nächster Redner ist der Kollege Jürgen Hardt, CDU/CSU-Fraktion.

Beifallbei der CDU/CSU

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