Sehr geehrte Frau Präsidentin! Ich merke, Sie können meinen Namen besser aussprechen als ich selbst.
Sehr geehrte Damen und Herren! Vorweg: Wenn hier Leute nicht nur den Namen Gregor Gysi in den Mund nehmen, sondern auch verstehen würden, was er sagt, würden sie nicht da oben sitzen.
Der rechte Unsinn wird nicht immer gleich offensichtlich. Manchmal versteckt er sich. Manchmal wird er aber auch in Widersprüchen sehr sichtbar. Beispiel heute: der Antrag der AfD „Prognostik und Therapie – Der wirksame Weg gegen COVID-19“. Die AfD, die Impfungen auch mal als experimentelle Gentherapie bezeichnet, obwohl zigfache Forschung und milliardenfache Praxis dagegensprechen, hat nun in den Tiefen des Internets eine Seite gefunden, die ein Testverfahren erwähnt.
Die Internetseite ist nicht gänzlich aktuell, erhebt auch nicht den Anspruch darauf. Zum Beispiel findet sich unter „Aktuelles“ zu Corona noch der Hinweis, dass Menschen sich wohl nicht mehrfach mit dem Virus anstecken können. Aber darauf aufbauend will die AfD nicht abschließend auf ihre Sinnhaftigkeit geprüfte Tests sofort flächendeckend einsetzen als Basis für die Anwendung von Medikamenten, die natürlich auch Nebenwirkungen haben, die der AfD hier aber völlig egal sind. Die Tests derselben AfD, die, wenn es passt, pseudokritisch von „Big Pharma“ schwätzt und Ängste vor Impfnebenwirkungen schürt, kosten 850 Euro.
Bei 100 000 positiven Tests täglich – eher unteres Niveau bei Ihrer parallel geführten Durchseuchungsstrategie – wären das 85 Millionen Euro am Tag, im Monat über 2,5 Milliarden Euro. Sie reden von „Big Pharma“, Sie geben sich als Menschenretter. Was für ein Hohn!
Solange Sie Ängste schüren können, sind Ihnen Menschenleben und Nebenwirkungen völlig egal. Und manchmal merkt man eben auch, dass die AfD auch von der Pharmaindustrie Geldspenden bezieht und die Rechten sich nie gegen das Kapital stellen würden.
Wir hoffen, dass neue Testmöglichkeiten und Medikamente Teil einer Strategie gegen Covid werden, gemeinsam mit Impfung und Prävention, um Menschen zu retten, nicht um Ängste zu schüren.