Ich habe erstens vor allem wahrgenommen, dass Sie CETA über Jahre mit Ihren Vorfeldorganisationen blockiert haben.
Ihre Partei hat dieses Abkommen jahrelang durch Chlorhühnchenvergleiche und Ähnliches auf geradezu populistische Art und Weise blockiert.
Zweitens: Mercosur. Es wird hier regelmäßig gesagt, dass wir ins Rollen kommen und endlich mal vor die Welle kommen müssen. Wir wissen doch ganz genau, dass durch Ihren Parteitagsbeschluss wieder wertvolle Zeit ins Land geht und wir keinen Schritt vorankommen. Deswegen haben Sie sich damit eigentlich gerade auch selbst widersprochen.
Aber wir können gerne weiter auf Ihr Strategiepapier zu sprechen kommen. Auf Seite 44 geht es darum, dass – ich zitiere – Investitionen die „Sicherheit nicht beeinträchtigen“ dürfen und „niedrigere Prüfeintrittsschwellen“ gewollt werden. Ich zitiere noch mal: Investitionen dürfen die „Sicherheit nicht beeinträchtigen“.
Herr Cronenberg, ich bin wirklich ein bisschen fassungslos über das, was Sie gerade gesagt haben – ich beziehe mich auf meine schriftliche Anfrage vom Frühjahr dieses Jahres –: Die Bundesregierung hat kritische Infrastruktur im Bereich des Hafenterminals Tollerort an ein chinesisches Unternehmen verkauft, und Sie sprechen davon, dass Sie einen großartigen Mehrwert geliefert hätten. Ihre Bundesregierung, der Bundeskanzler, ist hauptverantwortlich dafür, dass kritische Infrastruktur an ein chinesisches Unternehmen verkauft wurde. Schauen Sie sich gerne die schriftliche Anfrage mit dem Arbeitsnummerntitel 4-244 an.
Aber es geht ja weiter; es hört nicht auf. In dem Strategiepapier wird auf das Primat der Wirtschaftssicherheit eingegangen: Es brauche „eine stärkere Diversifizierung der Rohstofflieferketten durch den Ausbau von internationalen Rohstoffpartnerschaften“. Wir haben eine Kleine Anfrage gestellt: Wie viele neue Rohstoffpartnerschaften wurden denn von der Bundesregierung geschlossen? Antwort: Keine.
Auf unsere Kleine Anfrage zur deutschen Rohstoffpolitik hat die Bundesregierung erklärt, dass sie nicht plant, „das spezielle Modell der Rohstoffpartnerschaften auszuweiten“.
Es ist immer das Gleiche: Wenn man bei Ihnen an der Oberfläche kratzt, dann wird es darunter ganz schön dünn.
Deswegen: Sie sagen das eine, Sie tun das andere. Sie geben sich Strategien mit wohlklingenden Namen, setzen sie aber nicht in konkretes Regierungshandeln um. Deswegen sagen wir: Wir haben keine Zeit zu verlieren! Lassen Sie uns endlich in die Umsetzung kommen!
Ich bedanke mich vielmals.