Zum Inhalt springen
148. Sitzung
Freitag, 19. Januar 202420. Wahlperiode, 148. SitzungDen Wert der deutschen Staatsangehörigkeit bewahren
13 VermerkeReaktionswert: sehr hoch357 Wörter Zwischenfrage Im Protokoll lesen

Frau Kollegin, danke für Ihre Zwischenfrage. – Sie bemühen jetzt lauter Fälle, die den Eindruck erwecken:

Das sind ganz normale Fälle!

Ist ja nicht so schlimm.

Gucken Sie doch in die Fragestunde! Da finden Sie die Antwort!

Aber es ist doch umgekehrt: Sie machen jetzt ein Türchen auf für denjenigen, der aus Gründen der Diskriminierung einer Frau nicht die Hand geben will, weil er die Gleichberechtigung der Geschlechter nicht anerkennt.

Beifallbei der CDU/CSU sowie der Abg. Dr. Gottfried Curio [AfD] und Robert Farle [fraktionslos]
Zurufvom BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Das hat doch gar nichts damit zu tun!

Ich will das Beispiel mal vertiefen. Da ist also jemand, der eingebürgert werden will. Aus religiösen Gründen – Sie haben es gerade sehr blumig dargestellt – will er einer Frau nicht die Hand geben.

Ich kenne mich aus, Herr Hoffmann!

Er darf nicht eingebürgert werden, und das wollen Sie verhindern. Jetzt sage ich Ihnen mal ganz ehrlich: Wer anerkennt, dass ich aus religiösen Gründen einer Frau nicht die Hand gebe, der erkennt die Gleichberechtigung von Mann und Frau nicht an.

Beifallbei Abgeordneten der CDU/CSU und der AfD und des Abg. Matthias Helferich [fraktionslos]

Ganz genau so ist es! Der hat in Deutschland nichts zu suchen!

Wir müssen, Frau Kollegin, zwei Dinge unterscheiden. Wissen Sie, ich bin ja noch bei Ihnen, wenn ich sage: Den weisen wir jetzt nicht gleich aus.

Verantwortungsvoll!

Zurufder Abg. Andrea Lindholz [CDU/CSU]

Aber dass Sie so weit gehen, ihm auch die deutsche Staatsbürgerschaft zu geben, das ist der eigentliche Skandal.

Ich war an dem Punkt, dass Sie immer wieder den Eindruck erwecken: Für Fachkräfte brauchen wir jetzt ein liberales Staatsangehörigkeitsrecht.

So ist das auch! Genau so ist das! Sie haben überhaupt keine Ahnung von der Wirtschaft!

Das ist völlig falsch. Es gibt eine Studie der OECD und der Bertelsmann-Stiftung, die besagt, dass die Hürden für Fachkräftegewinnung andere sind, nämlich Qualität der beruflichen Chancen, Einkommen und Steuern oder zum Beispiel auch die Hürden bei der Visumserteilung.

Fehlende Willkommenskultur haben Sie vergessen! Fehlende Willkommenskultur, die Sie erzeugen!

Das wollten wir im Rahmen des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes angehen. Sie zeichnen seit über 30 Jahren im auswärtigen Ressort verantwortlich, und Sie haben dies verweigert. Aber nach dieser Studie ist es eben keine Frage der Einbürgerung.

Das Fazit ist: Sie gaukeln den Menschen etwas vor.

Das ist deshalb so problematisch, weil die Mehrheit der Bevölkerung – wir haben es gehört: 70 Prozent – gegen Ihre Turboeinbürgerung ist. Ich sage Ihnen: Eine Politik gegen den Willen der Bevölkerung zu machen, das ist gefährlich.

Sie machen eine Politik gegen die deutsche Wirtschaft! Gegen die Bevölkerung in diesem Land! Das ist die Politik der CDU!

Aber dazu noch zu versuchen, die Menschen zu manipulieren, das macht unsere Demokratie kaputt.

Beifallbei der CDU/CSU sowie des Abg. Robert Farle [fraktionslos]
Zurufeder Abg. Katharina Dröge [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN], Sebastian Hartmann [SPD] und Gülistan Yüksel [SPD]

Wir wissen, dass auf den Fluchtrouten alles kommuniziert wird, was wir hier entscheiden. Wenn Sie das heute beschließen, dann wird neben Ihrem Spurwechsel, neben Ihrem Zweckwechsel, neben dem Sonderaufnahmeprogramm, neben dem Chancen-Aufenthalt, neben Ihrem gestrigen Abschiebeverhinderungsgesetz –

Genau so ist es!

Ähnliche Reden