Vielen herzlichen Dank, Herr Strengmann-Kuhn, dass Sie die Zwischenfrage zulassen. – Sie haben gerade angesprochen, dass Sie wieder mehr dafür sorgen wollen, dass sich Arbeit lohnt, dass sich auch Mehrarbeit in diesem Land tatsächlich lohnt, weil Arbeit den Unterschied macht.
Ich möchte Ihnen mal ein Beispiel des ifo-Instituts darlegen, das Folgendes berechnet hat: Ein Ehepaar mit zwei Kindern verfügt über ein Bruttoeinkommen von 3 000 Euro pro Monat bei einem Stundenlohn von 20 Euro, also deutlich über dem Mindestlohn, und einer Arbeitszeit von 37,5 Stunden die Woche. Das Paar wohnt in einer der großen Ballungsregionen, wo Wohnen auch teuer ist. Jetzt überlegt sich das Ehepaar, 25 Stunden pro Woche mehr zu arbeiten. Dadurch steigt das Bruttoeinkommen um 2 000 Euro, von 3 000 auf 5 000 Euro. Das ifo-Institut hat berechnet, dass das verfügbare Einkommen dann tatsächlich um 32 Euro steigt. Um 32 Euro, obwohl sie tatsächlich 2 000 Euro mehr Bruttoeinkommen erzielen!
Herr Strengmann-Kuhn, ich glaube, wir sind da einer Meinung, dass das nicht bedeutet, dass sich Mehrarbeit tatsächlich lohnt.
Jetzt möchte ich gerne von Ihnen wissen, wie Sie denn sicherstellen wollen, dass Mehrarbeit in diesem Land tatsächlich den Unterschied macht.