Liebe Kollegin, ich nutze die Gelegenheit gerne, noch einmal positiv aufzugreifen, dass uns unsere Kolleginnen im Europäischen Parlament das Sexkaufverbot empfehlen. Maria Noichl und Christine Schneider haben dafür gesorgt und haben für die notwendigen Mehrheiten gekämpft. Sie haben es hinbekommen, weil sie den Kollegen die Fakten noch einmal dargestellt haben. Sie haben die Erfahrung gemacht, dass man Zustimmung zu dieser Forderung erhält, wenn man es schafft, dass alle noch einmal genau auf die Situation schauen.
Jetzt kommt von deiner Seite der Hinweis auf die Evaluation, die schon begonnen hat. Wenn wir auf die Zeitschiene schauen, dann wissen wir, dass die Ergebnisse dieser Evaluation erst am Ende dieser Legislaturperiode vorliegen werden. Das heißt, in dieser Legislaturperiode wird nichts mehr möglich sein. Wir verlieren also ein Jahr, eher zwei Jahre. Wenn wir von 200 000 Frauen in der Prostitution ausgehen, kommen wir zu dem Schluss, dass jedes Jahr 40 000 bis 50 000 neu hinzukommen. Das heißt, wenn wir zwei Jahre warten, dann sind das wieder Zigtausende neue Opfer. Können wir das wirklich zulassen? Sollten wir uns nicht doch besser beeilen?