Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Franzosen würden „Déjà-vu“ zu der Show sagen, die Sie uns jetzt wieder aufgeführt haben. Déjà-vu: Vor zwei Wochen ging es hier um einen Antrag von Ihnen zu „22 Jahre Euro-Bargeld“ mit praktisch der gleichen Rednerliste. Ich habe überlegt, ob ich heute meine alte Rede wieder mitbringe. Offensichtlich ist sie nicht bei den Betroffenen angekommen; deshalb habe ich meine alte Rede wieder dabei.
Also, machen wir hier Politik, oder machen Sie uns lächerlich? Sie machen uns lächerlich.
Sie benutzen parlamentarische Anträge dafür, um Ihr Lieblingsthema hier wirklich rauf und runter zu jagen. Aber offensichtlich ist das mindestens der Hälfte der AfD-Fraktion auch peinlich. Ich finde es schon interessant, dass sich offensichtlich nur der extremste Teil noch die Mühe macht – ich möchte eine Dame ausnehmen –, sich hierherzuschleppen. Das ist für uns auch irgendwie enttäuschend. Also: Déjà-vu.
Man muss es den Zuschauern wirklich erklären: Der Euro ist ein ernstes Thema. Deswegen lassen Sie sich bitte nicht ins Bockshorn jagen von dieser „Wir machen Angst vor dem Euro“-Debatte! Die EZB hat zum Euro Krisenmechanismen entwickelt, die AfD hat eine Organklage dagegen eingereicht, und das Bundesverfassungsgericht weigert sich seit vielen Jahren, sich mit der Klage zu befassen. Das ist keine Überraschung. Ich kann Ihnen sagen, warum sich die Richter nicht damit befassen: weil sie natürlich auch darauf warten, dass die Politik solche Probleme regelt.
Am Dienstag dieser Woche ging es im Europäischen Parlament um die Reform des EU-Stabilitätspakts; der Kollege Bury hat völlig recht mit seiner Adresse an den Herrn Finanzminister. Aber jetzt ist es halt so, wie es ist. Die Stabilisierung der Eurozone, auch was die Schulden angeht, ist total wichtig für den weiteren Fortgang der Ereignisse und die Frage, welche Krisenmechanismen die EZB eigentlich braucht. Also, die Dinge hängen zusammen. Und wer hat die Reform des EU-Stabilitätspakts in Straßburg abgelehnt? Das waren Sie.
Sie haben dem reformierten Stabilitätspakt nicht zugestimmt. Da kann ich nur fragen: Was hätten Sie denn gern?