Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Ich muss zugeben: Ich habe mich zunächst gewundert, dass die AfD heute ausgerechnet einen Mann sprechen lässt, über den es Berichte gibt, dass er im Auftrag der KP Chinas hier kritische Anfragen zur Demokratiebewegung in Hongkong gestellt hätte. Die einzige Erklärung, die mir kam, ist: Die haben wahrscheinlich keine anderen.
Der Beschluss des Vorstands der AfD dieser Tage hat es noch einmal dargestellt. Für alle, die ihn noch nicht sehen konnten: Wir haben es hier nicht mit dem Fall „Krah“ zu tun, sondern mit dem Fall „AfD“. Wir haben hybride Angriffe zahlreicher Staaten, auch gegen Deutschland, auch gegen unsere demokratischen Institutionen. Ziel ist immer wieder dasselbe: das Vertrauen in unsere Institutionen, in unsere Demokratie zu unterminieren. Was macht die AfD seit Jahren?
Die tut so, als gäbe es Sprechverbote. Die vergleicht die EU wahlweise mit Nordkorea oder mit der Sowjetunion. Die versündigt sich damit an unserer Freiheit, immer wieder.
Frohnmaier, AfD-Mann, stellt sich hierhin und sagt wortwörtlich: „Von China lernen, heißt siegen lernen.“
Meint er damit die Massenüberwachung? Meint er damit die Verfolgung der Uiguren? Meint er damit etwa die Verfolgung der Leute in Tibet? Meint er damit den Völkerrechtsbruch in Hongkong, die Aggression gegen Taiwan? Oder meint er den massiven Wettbewerb des Welthandels?
Das ist die Art und Weise, wie die FDP
– Verzeihung –, wie die AfD auch dieses Land haben möchte.
– Nein, nein, nein, ich kann hier einen Versprecher machen. Sie können sich nicht rausreden. Ich entschuldige mich bei den Kolleginnen und Kollegen der Liberalen; das soll so nicht sein.
Im Übrigen ist es derselbe Frohnmaier, über den es auch Berichte des russischen Geheimdienstes gibt, er stehe voll unter dessen Kontrolle.
Gleichzeitig, so der Verfassungsschutz, gebe es kein Land, das so sehr wie China in Deutschland Wirtschafts- und Wissenschaftsspionage betreibt.
Kriegen Sie eigentlich Geld,
wenn Sie Betriebsbesuche machen? Nehmen Sie da eigentlich Informationen mit aus deutschen Unternehmen, die Sie weitergeben an die KP China? Das sind die Fragen, die wir uns zurzeit stellen. Ich muss zugeben – das gilt sicher auch für die anderen hier im Saal –: Niemand erwartet von Ihnen Aufklärung, sondern von den Behörden.
Zu Russland: Die Staatsmedien in Russland werden sehr oft besucht, auch von Ihren Leuten: Schmidt, Nolte, Kotré. Teilweise geben Sie Leuten Interviews, die auf EU-Sanktionslisten stehen. Und was machen Sie da? Sie reden ja nicht über den Tiergartenmord, über die Desinformation in Deutschland, über den Cyberangriff auf den Deutschen Bundestag.
Sie reden auch nicht über die massiven Vergewaltigungen, Morde oder aber auch die vielen Kriegsverbrechen in der Ukraine. Sie labern nach, was der Kreml vorher gesagt hat. Sie sind Sprachrohr der Propaganda des Kremls.
Es gibt so viele Fragen, die noch offen sind, jenseits der beiden Fälle, die heute hier zu Recht angesprochen worden sind. Die vielen Reisen Ihrer Leute auf die Krim: eine massive Unterwanderung des Völkerrechts. Bei einem Fall wissen wir, dass Russland die Reise bezahlt hat. Ist das immer so? Zahlt eigentlich jedes Mal Russland die Reise, wenn Sie auf die Krim fahren?
Und hat die Bezahlung durch Russland auch etwas damit zu tun, dass Sie sich dort auf der Krim hinstellen, erzählen, diese sei russisch, und damit einfach das Völkerrecht missachten?
Was ist mit den vielen Porträts, die Frau Weidel in den Staatsmedien in China bekommt? Und bekommt Frohnmaier eigentlich Geld dafür, dass er China hier immer wieder so gelobhudelt hat?
Ist das tatsächlich im Sinne der deutschen Wirtschaft, was Sie da so von sich geben? Ich glaube, nicht.
Aber ich habe noch eine Frage. Herr Kollege Notz hat es völlig zu Recht angesprochen: Sie haben zwei Delegationen nach Syrien geschickt
und den Schergen von Assad die blutigen Hände geschüttelt. Über eine halbe Million Leute hat er umgebracht. Wer hat diese Reisen eigentlich bezahlt? Hat sie Assad bezahlt?
Haben die Russen die bezahlt? Oder vielleicht die andere Schutzmacht Assads, nämlich der Iran? Kriegen Sie auch vom Iran Geld? Das sind alles Fragen, die zurzeit auf dem Tisch sind, die Sie aber nicht imstande und auch nicht gewillt sind zu beantworten.
Sie arbeiten nicht im Interesse Deutschlands; die deutschen Interessen liegen Ihnen sehr fern.
Die Interessen Chinas und Russlands allerdings sind Ihnen nah. Sie sind eine Gefahr für Wohlstand, für Sicherheit und Freiheit in Europa und in unserem Land.
Aber ich habe zwei gute Nachrichten. Die erste Nachricht ist: Europa, unser Land, unsere Demokratie ist stark. Wir zusammen, wir kriegen Sie klein! Das kann ich hier allen versprechen.
Und die zweite gute Nachricht ist, im Übrigen auch für Sie:
Wir führen heute diese Debatte. In den Ländern, denen Sie dienen, wären Sie der puren Willkür ausgesetzt.
Gott sei Dank sind wir hier in einem freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat mit starken demokratischen Institutionen und mit einer unabhängigen Justiz.