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178. Sitzung
Donnerstag, 27. Juni 202420. Wahlperiode, 178. SitzungBundesverkehrswegeplan 2030 zügig umsetzen – Straße als Hauptverkehrsträger stärken
17 VermerkeReaktionswert: sehr hoch411 Wörter Im Protokoll lesen

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Abgeordnete der Unionsfraktion, erinnern Sie sich noch an Ihre Regierungszeit?

Sehr gut! Da ging es aufwärts!

Ist ja schon ein bisschen her. Aber es waren Jahre bester Bedingungen für Investitionen. Ich erinnere nur an die Nullzinsphase. Und was haben Sie daraus gemacht, lieber Kollege Spaniel?

Der sitzt da drüben!

90 Milliarden Euro Sanierungsstau im Schienennetz, 8 000 marode Autobahnbrücken, davon 4 000 akut sanierungsbedürftig –

Herr Spaniel war nicht in Regierungsverantwortung, Frau Menge!

Zahl steigend. Sie haben die Gelegenheit verspielt. Den Ausbau des Schienennetzes haben Sie verpennt, sodass es heute im Kern chronisch überlastet ist.

Beifallbeim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie des Abg. Thomas Lutze [SPD]

Wir haben von der unionsgeführten Regierung marode Verkehrsnetze mit einem gigantischen Investitionsstau geerbt. Das ist Ihre Bilanz. Statt sich diesen Realitäten zu stellen, träumen Sie in Ihrem Antrag von neuen Autobahnen.

Zurufdes Abg. Florian Müller [CDU/CSU]

Diese wollen Sie zulasten der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler über ÖPP realisieren, obwohl der Bundesrechnungshof mehrfach festgestellt hat, dass dies die teuerste Beschaffungsvariante ist.

Zurufdes Abg. Florian Müller [CDU/CSU]

Das ist Politik für Banken und Fondsgesellschaften, die sich über staatlich garantierte Renditen freuen.

Für Autofahrer!

Verehrte Kolleginnen und Kollegen, die Unionsfraktion belegt mit ihrem Antrag, dass sie eine uneinsichtige Wiederholungstäterin ist.

Nein! Dass sie weiß, wie Verkehr funktioniert!

Statt verkehrspolitisch zu gestalten, unterwerfen Sie sich selbsterfüllenden Verkehrsprognosen. Das heißt: Sie übernehmen Trends, zum Beispiel die aus der Langfristprognose, die vorgeben, wir müssten Straßen bauen. Richtig wäre es aber, diese Prognose zu hinterfragen. Die Aufgabe muss doch für uns lauten:

Zurufdes Abg. Florian Müller [CDU/CSU]

Was müssen wir tun, um die klimapolitischen Aufgaben endlich auch in der Verkehrspolitik an Zielen neu auszurichten?

Beifallbeim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie des Abg. Mathias Stein [SPD]

Sie aber fordern neue Straßen, so als gäbe es keine Klimakrise und kein Problem mit Landschaftszerschneidung und Flächenfraß durch neue Straßen.

Schließlich ignorieren Sie in Ihrem Antrag einfach die Chancen und Potenziale der Verkehrsträger Schiene und Wasserstraße. Man kann es den Menschen nicht deutlich genug sagen: Sie verlieren kein Wort zur Finanzierung des hohen Aus- und Neubaubedarfs bei der Schiene, obwohl die Schiene die transportpolitische Problemlösung in der Klimakrise ist.

Sie verlieren kein Wort zum Ausbau der Netzkapazität. Wo sind Ihre Konzepte für den Bahnausbau? Da sind Sie blank. Stattdessen wollen Sie die richtungweisende Entscheidung der Ampel,

Das haben wir lange aufgegeben! Diese Ampel entscheidet nichts!

die Einnahmen aus der Lkw-Maut auch für die Stärkung der energieeffizienten Schiene zu verwenden, wieder abwickeln.

Zurufdes Abg. Henning Rehbaum [CDU/CSU]

Wir stehen zum Prinzip „Verkehr finanziert Verkehr“, weil wir politisch gestalten wollen

Ich lache mich gleich kaputt! Wahnsinn!

und angesichts der Klimakrise zugunsten der Schiene umsteuern müssen.

Mit Ihrem Motto „Straße finanziert Straße“ verschieben Sie die Problemlösung weiter in die Zukunft. Das ist immer wieder Politik zulasten künftiger Generationen. Mit Konzepten der Vergangenheit können wir allerdings nicht die Zukunft gestalten.

Herzlichen Dank fürs Zuhören.

Beifallbeim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD

Der nächste Redner ist Bernd Reuther für die FDP-Fraktion.

Beifallbei der FDP sowie bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN

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