Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Seit Jahren mahnen wir hier im Deutschen Bundestag dringend notwendige Modernisierungsmaßnahmen für das Unternehmensteuerrecht in Deutschland an. Wir warten nicht erst drei Jahre, sondern wir mahnen immer wieder. Wir gehen nach dem pädagogischen Prinzip vor, dass Sie, wenn man es Ihnen fünfmal oder siebenmal vorträgt, es vielleicht endlich kapieren. Aber, lieber Herr Kollege Schrodi, wenn man mit der SPD über Steuern spricht, ist es so, wie wenn man mit Blinden über Farben spricht: Sie haben dafür null Komma null Verständnis.
Leider ist unser wertvoller Ansatz der Modernisierung der Unternehmensbesteuerung in der letzten Legislaturperiode an dieser SPD gescheitert.
Diese Blockadehaltung im Deutschen Bundestag ist jetzt in ganz Deutschland spürbar. Es wird noch verschlimmert durch die planwirtschaftlichen Gedankenspiele und Umverteilungen der Grünen.
Ihre ideologiegetriebene Steuerpolitik!
Aber merken Sie eigentlich nicht, liebe Kollegen, was Sie mit dieser Politik in Deutschland gerade anrichten?
Sie füllen Ihre Taschen als bestverdienender Nebeneinkünftebezieher des Deutschen Bundestags!
Merken Sie denn nicht, dass Unternehmen aus Deutschland abwandern und woanders investieren? Das müssen Sie doch sehen.
Oder sind Sie auf beiden Augen blind?
Liebe Kolleginnen und Kollegen, der Bundesfinanzminister geht durch Deutschland und verkündet, was man an Unternehmensteuerreformen machen könnte. Wir stimmen dem zu, aber es wird gar nichts, null Komma null, von diesen Gedanken in dieser Bundesregierung umgesetzt.
Wie finanzieren Sie es?
Gemacht worden ist in dieser Legislaturperiode nichts.
Das ist Desinformation!
Und das liegt an Ihrer politischen Agenda. Das liegt an Ihrem Mindset, das Sie haben.
Nein! Über 45 Milliarden Steuersenkung allein in 2024!
Ihr Mindset heißt: Wir sammeln von den Bürgern und von den Unternehmern möglichst viel Geld ein und verteilen es an diejenigen um, die uns politisch und ideologisch wichtig und richtig sind.
Das ist Desinformation!
Das ist aber Planwirtschaft.
Ach, so ein Quatsch! Als ob Sie auf einem anderen Planeten leben!
Das ist weit entfernt von sozialer Marktwirtschaft, liebe Kolleginnen und Kollegen.
Wir brauchen starke Unternehmen.
Ihre Reden heute zeigen doch, welchen Neid Sie gegenüber Unternehmen haben, die erfolgreich sind.
Das stimmt doch alles gar nicht!
Wir brauchen diese Unternehmen; denn die Unternehmen und der Mittelstand in Deutschland sind das Rückgrat für Wohlstand, für Arbeitsplätze; aber auch für alle anderen Ausgaben im Staat. Wenn wir diese Unternehmen nicht haben, können Sie alle anderen Ausgaben im Staat auch vergessen.
Sagen Sie doch mal was Neues!
Deswegen haben wir heute einen Antrag eingebracht, der auf drei wesentlichen Säulen beruht. Erstens: die steuerliche Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland wiederherstellen. Zweitens: die Bürokratie im Steuerrecht abbauen.
Sie fordern ja gar nicht die Körperschaftsteuerabsenkung! Was ist denn damit passiert?
Drittens: die Strukturen im Steuerrecht verbessern. Ich sage Ihnen eines: Wenn wir über die steuerliche Wettbewerbsfähigkeit – –
Was ist denn mit der Körperschaftsteuerabsenkung? Die haben Sie gar nicht mehr! Die fehlt!
– Ich weiß, Sie haben nicht so viel Interesse daran, aber ich gebe Ihnen mal ein Beispiel.
Aber was ist denn mit der Körperschaftsteuerabsenkung? Haben Sie das mal formuliert?
– Lassen Sie mich doch mal ausreden! Hören Sie doch mal zu! Vielleicht lernen Sie auch was dabei.
Wenn Sie Quatsch reden, muss man dazwischenschreien, mindestens fürs Protokoll!
Wenn man in Deutschland eine Personengesellschaft besteuert, haben wir 42 Prozent Spitzensteuersatz, ab 270 000 Euro 45 Prozent. Dazu kommt die überschießende Gewerbesteuer. Dazu kommt der Solidaritätszuschlag. Dazu kommt die Kirchensteuer. In allen anderen Ländern ist die Steuer 20 Prozent niedriger.
Ach Quatsch! Das ist doch gelogen!
Deswegen wandern doch die Unternehmen genau in diese anderen Länder ab.
Das stimmt nicht!
Und wenn Sie die Steuern nicht senken, dann wird dieser Verfall des Arbeitsplatzstandortes Deutschland weitergehen.
Das sind ja Fakten.
Eben nicht! Das ist ja gerade das Problem!
Übrigens haben wir auch bei Kapitalgesellschaften eine Grenzbelastung von über 32 Prozent; in anderen Ländern sind es 10 Prozent, 15 Prozent.
Und der effektive Steuersatz?
Effektiver Steuersatz 20 Prozent!
Aber Koreferate durch Zwischenrufe zu halten, finde ich unangemessen. Bitte lassen Sie den Redner einfach mal ausreden, und dann können Sie im Zweifel reagieren.