Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Ministerin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Kennen Sie Conni? Wenn Sie Töchter haben, dann kommen Sie an diesem Mädchen mit der roten Schleife im Haar gar nicht vorbei, gerade wenn Sie Ihren Kindern vorlesen. Conni kann alles: Sie rettet die Tiere, löst einen kniffligen Fall, sie macht Ballett und seit mindestens 1998 das Seepferdchen.
Connis Realität ist Bullerbü in Neustadt. Und Bullerbü für alle Kinder ist unsere Zukunftsvision. Das hätte sie übrigens schon in den Jahren von 2005 bis 2021 unter der CDU/CSU-geführten Regierung sein können – by the way, liebe Frau Bär.
Conni kann nach ihren Wünschen Hobbys ausprobieren und testen, was sie gut kann. Sie erfährt Selbstwirksamkeit, entwickelt den Mut, Entscheidungen zu treffen, und findet einen eigenen Kompass. Conni will Unrecht zum Besseren verändern.
Soziales Lernen beginnt übrigens schon im Sandkasten, wenn sich zum Beispiel nicht durchsetzt, wer am lautesten schreit. Denn Kinder lernen: Wer ständig andere ausgrenzt, steht irgendwann alleine da. Das ist eine unschätzbare Erfahrung in einer Zeit, in der Populisten und Rechtsextreme unsere Gesellschaft spalten.
Ich bin der Familienministerin sehr dankbar, dass sie unentwegt daran arbeitet, allen Kindern die gleichen Chancen und das beste Aufwachsen zu ermöglichen, und dafür, dass das Programm „Demokratie leben!“ – das übrigens ständig evaluiert wird –
und damit die so wichtige Präventionsarbeit in unseren Kommunen gesichert ist, damit möglichst viele Connis gegen jede Form von Antisemitismus und gegen jede Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit aufbegehren.
Weil die Benchmark Connis Welt ist, ist es wichtig und richtig, dass der Familienetat nicht zusammengestrichen wurde; denn er sichert Chancengerechtigkeit, Demokratieförderung und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Der Haushaltsentwurf schafft hier Verlässlichkeit. Mit dem KiTa-Qualitätsgesetz unterstützen wir die Länder stetig mit 4 Milliarden Euro und investieren in die Qualität der frühkindlichen Bildung.
Fast alle Kitakinder freuen sich laut Hattie-Studie auf die Schule. Sie wollen etwas lernen. Am Ende der Grundschule sinkt diese Rate auf 30 Prozent.
Unsere größte Aufgabe ist es, die Lernfreude, die Neugierde und den Mut zum Ausprobieren aufrechtzuerhalten.
Mit dem Startchancen-Programm unterstützen wir deswegen gezielt insbesondere Grundschulen.
Wir finanzieren die Respekt- und Mental-Health-Coaches an unseren Schulen weiter. Wir sichern die Freiwilligendienste und die Unterstützung von jungen Familien mit den Frühen Hilfen.
Erlauben Sie mir zum Schluss noch einen Appell. Das Startchancen-Programm, das Kinderpaket und das KiTa-Qualitätsgesetz sind Erfolgsprojekte. Sie gehören ausgebaut. Lassen Sie uns die Priorität noch stärker auf die Zukunftschancen unserer Kinder legen, und lassen Sie uns gemeinsam eine Reform der Schuldenbremse auf den Weg bringen.
Vielen Dank.