Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Die Kinder- und Jugendförderung ist ein umfassendes Thema. Trotzdem sollten wir daran arbeiten, uns möglichst mit sachlichen Argumenten auszutauschen, und nicht dazu übergehen, mal wieder den Dämon heraufzubeschwören und mal wieder zu sagen: In unserem Land geht alles bergab.
Die Grünen haben hier einen Antrag gestellt, der natürlich alles aufgeführt hat, was man in diesem Bereich jemals fördern und gestalten kann. Sie haben alle Punkte aufgezählt, die für diese Maßnahmen sicherlich erforderlich sind. Aber Sie haben dabei natürlich ein bisschen vergessen, dass Sie das alles schon in Ihrer Regierungszeit hätten tun können.
Frau Haßelmann, Sie haben eben in Ihrer Antwort auf die Regierungserklärung des Kanzlers darauf hingewiesen, dass das oberste Ziel dieser Regierung Reformen sein sollten – Reformen, um unser Land wieder nach vorne zu bringen. Ich glaube, dass wir den richtigen Weg gehen, wenn wir Reformen durchsetzen. Wenn wir dafür sorgen, dass die Lohnnebenkosten sinken, dass die Menschen mehr Netto vom Brutto haben, dass sie eine sichere Versorgung haben, dass sie sichere Kitaplätze haben, dann sind wir auf dem richtigen Weg; da sind wir einer Meinung. Deswegen arbeiten wir seit Beginn dieser Legislaturperiode daran.
Zu dem, was wir jetzt schon alles für Familien, Kinder und Jugendliche tun und wo wir überzeugt sind, dass wir es gemeinsam weiter ausbauen und in diesem Hause gestalten sollten, ist gerade schon einiges gesagt worden. Wir sind damals unter Ursula von der Leyen als Familienministerin mit den Frühen Hilfen gestartet. Wir haben diese jetzt weiter ausgebaut. Genau wie Frau Esken es gerade gesagt hat: Der Schutz und die Förderung fängt bei den Kleinsten an – bei Säuglingen und Kleinkindern, besonders aus belasteten Familien. Dazu gehört zum Beispiel aber auch die Familienhebamme zur Betreuung von Familien mit sozialen Risikofaktoren. Hier haben wir eine Aufstockung durchgesetzt. Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in der Grundschule für die Erstklässler soll ab diesem Herbst fast vollständig durchgesetzt werden. Wie im Koalitionsvertrag vereinbart, soll die Sprachförderung für Kinder mit Sprachdefiziten verpflichtend werden. Das heißt, in Zusammenarbeit mit den Ländern sollen die sprachlichen Fähigkeiten von allen Vierjährigen verbindlich erfasst werden. Bei Förderbedarf werden die Länder verpflichtende Fördermaßnahmen anbieten.
Was machen wir darüber hinaus? Klar, Sie fordern ein verpflichtendes, beitragsfreies letztes Kitajahr. Aber da muss man schon mal fragen: Wie ehrlich ist das? Seit 2011 regieren Sie in Baden-Württemberg. Da haben Sie das in all den 15 Jahren nicht eingeführt. In Schleswig-Holstein hat Ihre Sozialministerin den Vorschlag von Frau Prien verhindert. Man sollte hier auch mal so ehrlich sein, zu sagen, dass man nicht alles, was man hier ins Schaufenster stellt, dann auch tun kann. Man muss sich auch mal an die eigene Nase fassen und eingestehen, dass man in der Vergangenheit vieles versäumt hat.
Wir arbeiten an einer soliden Kinder- und Jugendpolitik. Frau Khan, Sie haben eben gesagt, wir hätten die Chancen nicht genutzt. Sie haben die Chancen während Ihrer Regierungszeit nicht genutzt.
Wir nutzen sie jetzt. Wir arbeiten an einer ausgeglichenen, finanzierbaren Kinder- und Jugendförderung. Da werden wir liefern.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.