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188. Sitzung

Benjamin Strasser

FDPParl. Staatssekretär BMJ
Donnerstag, 26. September 202420. Wahlperiode, 188. Sitzung
18 VermerkeReaktionswert: sehr hoch494 Wörter Im Protokoll lesen

Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Mit dem Gesetzentwurf zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsberichterstattung beraten wir zu später Stunde ein Bürokratiemonster aus der Feder von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, CDU.

Beifallbei der FDP
Lachenbei der CDU/CSU

Diese Nachhaltigkeitsberichterstattungsrichtlinie ist ein elementarer Bestandteil

Falschdarstellung! Falschdarstellung!

– ich weiß, dass Sie das aufregt – des sogenannten Green New Deal von Frau von der Leyen, den sie seit 2019 vehement vorangetrieben hat.

Deshalb gebe ich auch unumwunden zu: Es ist in gewisser Weise frustrierend, wenn wir heute Morgen das größte Bürokratieabbaugesetz einer Bundesregierung mit einem Volumen von 3,5 Milliarden Euro auf den Weg bringen und wenige Stunde später die deutsche Wirtschaft mit 1,6 Milliarden Euro an zusätzlicher Bürokratie belasten müssen.

Zurufdes Abg. Dr. Günter Krings [CDU/CSU]

Das zeigt doch eines: Diese Bundesregierung kann gar nicht so schnell und so viel Bürokratie abbauen, wie sie Frau von der Leyen an anderer Stelle wieder aufbaut. Das muss aufhören, liebe Kolleginnen und Kollegen!

Beifallbei der FDP sowie bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN

Wir haben die Verhandlungen über die CSRD-Richtlinie von der Großen Koalition im Dezember 2021 in der Schlusskurve übernommen. Wir haben es in drei Monaten zwar nicht geschafft, diese Richtlinie komplett zu verhindern, konnten aber konkrete Verbesserungen erreichen.

Patrick Schnieder [CDU/CSU]: Da müssen Sie doch selber lachen!

So müssen beispielsweise betroffene kleine und mittlere Unternehmen erst ab 2029 einen Nachhaltigkeitsbericht abgeben. Und die Konzernklausel, die gestrichen werden sollte, wird nicht gestrichen. Aus Sicht der Bundesregierung müssen jetzt aber zwei Konsequenzen gezogen werden.

Aufhören! Aufhören! Nicht „aus Sicht der Bundesregierung“! Aus Sicht der Bevölkerung!

– Ich treffe bei Ihnen offensichtlich einen wunden Punkt.

Beifallbei der FDP sowie bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN

Erstens. Die Richtlinie muss eins zu eins umgesetzt werden. Das leisten wir mit diesem Umsetzungsgesetz. Zur Erleichterung haben wir beispielsweise durchgesetzt, dass Unternehmen zumindest nicht doppelt Bericht erstatten müssen. Das heißt, wer einen Nachhaltigkeitsbericht nach den EU-Regeln erstellt, soll nicht noch separat über die Einhaltung des deutschen Lieferkettengesetzes, das auch Sie beschlossen haben,

Lachendes Abg. Stephan Mayer [Altötting] [CDU/CSU]

berichten müssen.

Beifallbei der FDP

Zweitens. Wir müssen der Regulierungswut der Kommission von Frau von der Leyen endlich Einhalt gebieten!

Lachenbei der CDU/CSU

In der Wachstumsinitiative der Bundesregierung haben der Kanzler, der Vizekanzler und der Finanzminister konkret vereinbart, dass wir uns bei der Kommission dafür einsetzen, dass die sehr umfangreichen Vorgaben zum Inhalt der Nachhaltigkeitsberichterstattung deutlich reduziert werden. Das ist deshalb so wichtig, weil der Umfang der Berichtspflichten maßgeblich durch die EU-Nachhaltigkeitsstandards bestimmt wird, die, oh Wunder, von der Europäischen Kommission als delegierte Rechtsakte erlassen werden.

Lachendes Abg. Patrick Schnieder [CDU/CSU]

Diesen verabschiedeten Standards haben wir als Bundesregierung ausdrücklich nicht zugestimmt – im Vergleich zu Ihrer Kommissionspräsidentin.

Beifallbei der FDP sowie bei Abgeordneten der SPD und des Abg. Dr. Till Steffen [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]

Deswegen eine kurze Bitte an die CDU/CSU: Wenn Sie deutschen Unternehmen helfen wollen, setzen Sie sich mit der EVP-Fraktion dafür ein, dass Ihre Kommissionspräsidentin endlich zur Vernunft gebracht wird!

Wir erledigen unseren Teil. Wir lassen uns nicht entmutigen von diesen Umständen.

Neben Projekten wie dem Gebäudetyp E – eine entsprechende Debatte wird dieses Parlament bald erreichen –, mit immerhin einer Entlastung in Höhe von 2 Milliarden Euro an Bürokratiekosten,

Oh! Wahnsinn!

werden wir in der nächsten Woche unsere Arbeiten am Jahresbürokratieabbaugesetz 2025 starten.

Für uns ist klar: Wir gehen mit gutem Beispiel voran, damit die Europäische Kommission endlich ihre Hausaufgaben macht.

Vielen herzlichen Dank.

Beifallbei der FDP sowie bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN

Auf Wiedersehen! Das sind die letzten Zuckungen!

Heiterkeitund Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN

Aber wir fahren sofort fort. Das Wort erhält Stephan Mayer für die CDU/CSU-Fraktion.

Beifallbei der CDU/CSU

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