Herr Kollege Sorge, wahrscheinlich klappen Sie das Mikrofon schon ein, weil das gar keine Frage war, die Sie gestellt haben, sondern nur ein an mich gerichteter Appell. Ich will aber trotzdem das, was Sie darin unterstellt haben, kurz zurückweisen.
Erstens habe ich nicht das Gegenteil behauptet, sondern sogar zum Eingang erklärt, dass ich mich freue, dass wir uns alle einig sind, dass wir eine Notfallreform brauchen.
Wenn ich das richtig gehört habe, hat der Kollege Dahmen sehr deutlich erklärt, dass er einige Vorschläge der CDU durchaus für gut hält, dass wir sie berücksichtigen und da weitergehen müssen, woraus Sie schließen, dass wir sie gar nicht berücksichtigen werden, also voreilend bei der Einbringung. Das finde ich ja interessant. Wahrscheinlich stehen Sie selbst nicht so zu Ihren Vorschlägen.
Aber wissen Sie, was ich die Krönung finde? Sie sagen ja zu Recht: Eine Verzahnung macht Sinn. – Aber wer hat denn da wo im Bundesministerium geschlafen? Ihr Minister hat eine Notfallreform völlig ohne Krankenhausreform vorgelegt. Da war nicht mal eine Verzahnung angedacht oder möglich.
Wir machen eine Krankenhausreform; wir packen das an. Und wir verzahnen und packen eine Notfallreform an. Das ist doch der richtige Weg.
Also schönen Dank, dass Sie mir die Gelegenheit gegeben haben, dies noch mal deutlich zu machen. Ich hoffe, dass ich Ihnen helfen konnte, in Ihren eigenen Überlegungen ein bisschen weiterzukommen.
Jetzt aber zurück zu dem, was mir noch besonders am Herzen liegt. Der Kollege Dahmen hat einen Punkt angesprochen; er hat das Beispiel der älteren Dame genannt. Ich kann dieses Beispiel vielleicht mal ergänzen um die Menschen, die sich in einer psychischen Krisensituation befinden. Das könnte man nämlich genauso deutlich machen.
An der Stelle springen wir im Gesetz aus meiner persönlichen Sicht noch ein wenig zu kurz.
Zum einen könnten wir die Krisendienste, die wir schon im Koalitionsvertrag vorgesehen haben, mit andenken.
Denn eine Notfallpflege ist im Grunde der Krisendienst, den wir im Bereich der psychiatrischen Hilfen brauchen. Und zum anderen macht es durchaus Sinn, die Frage der psychischen Erkrankungen klar bei den Integrierten Notfallzentren zu verorten und dort eine fachlich klare Ausrichtung vorzusehen. Das sind durchaus viele Notfälle an der Stelle.
Ich will gerne noch einen weiteren Punkt ansprechen, der mir sehr am Herzen liegt. Ich finde, auch die Frage der Barrierefreiheit muss zwingend gerade im Hinblick auf die INZs deutlich und gut geklärt werden, sodass alle Menschen mit Behinderung in der Lage sind, ein INZ aufzusuchen, um dort die notwendige Hilfe und Unterstützung zu bekommen. Auch da sehe ich durchaus noch ein wenig Nachschärfungsbedarf.
Lassen Sie mich zum Schluss einen großen Dank an all diejenigen richten, die unsere Notfallversorgung im Moment aufrechterhalten und sich echt krummlegen. Ich habe über Jahre selbst im Rettungsdienst gearbeitet, und ich weiß, was das für ein Aufwand und für eine Aufgabe ist. Vielen Dank an all die Rettungskräfte, die Ärztinnen und Ärzte, die Pflegekräfte, die die Notfallversorgung sicherstellen!
Und last, but not least – Kollege Ullmann, ich bin ganz bei Ihnen –: Den Apotheken können wir dafür danken, dass wir da ein gutes Notfallsystem haben. Das ist sicherlich nicht problematisch; das sollte gut in die Reform zu integrieren sein, die wir machen.
Das ist ein richtiger Weg.
Ich freue mich auf die weiteren Debatten.