Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir haben eine Große Anfrage der AfD. Eines muss man sagen: sehr leserfreundlich, denn inhaltlich steht fast nichts drin.
Vielleicht liegt es auch daran, dass es für Ihr Schubladendenken in einem demokratischen Staat keine Statistik gibt. Ich weiß nicht, wer von Ihnen diese spalterischen Fragen – in „wir“ und „die“ – aufs Papier gebracht hat.
Im Großen und Ganzen will die AfD belegt haben, dass Unqualifizierte zu uns kommen,
die auch die Sprache nicht lernen können, weil sie sich nicht anstrengen oder weil ihre Kultur zu anders ist.
Die AfD will sehen, dass diese Menschen trotzdem alles vom Staat geschenkt bekommen. So müssen wir heute weniger über Inhalte und mehr über das Menschenbild der AfD reden.
Die Erzählung der AfD geht so: Menschen, die hierherkommen, haben – angeblich – nichts zu bieten, können nichts und wollen alles.
Zum Dank radikalisieren sie sich dann und werden kriminell.
Das ist es doch, was Sie hier erzählen wollen.
Durch diese Spaltung wollen Sie jede Grundlage gelungener Integration von vornherein kaputtmachen.
Meine Damen und Herren, ich sage es noch einmal klipp und klar: Wer zu uns kommt,
nicht ganz sauber ist, sich radikalisiert, gehört abgeschoben.
Und wer schon hier lebt und menschenverachtendes Gift versprüht, trifft auf eine wehrhafte Demokratie. Punkt!
Liebe AfD, Sie haben Angst, und Sie wollen Angst schüren,
damit Sie mit Ihrer Angst nicht so ganz alleine stehen.
Sie haben Angst davor, dass sich Menschen in unserem Land integrieren. Wie schlimm muss jede einzelne Erfolgsgeschichte für Sie sein!
Die Kassiererin mit Kopftuch, der Behördenbrief, der mit einem ausländischen Namen unterschrieben wurde: Vor diesen Erfolgsgeschichten – von der Supermarktkasse bis zum Behördenmitarbeiter – wollen Sie von der AfD Angst schüren.
– Hören Sie endlich mal zu, ganz ehrlich!
Dabei ist der Gedanke schon ganz lustig, dass Sie von der AfD Angst vor einem kleinen Jungen haben,
der weder die Sprache noch das Alphabet oder die Kultur kennt, der hier Sprache, Alphabet und Kultur durch Fußball und Feuerwehr, durch Ausbildung und Arbeit gelernt hat, der all diese Chancen genutzt hat, die Sie ihm nie hätten geben wollen.
Und dieser kleine Junge, vor dem Sie Angst haben, sagt Ihnen heute als Abgeordneter in diesem höchsten deutschen Parlament: Ich will unser Land voranbringen,
mit dem Willen, zu schaffen, mit dem Wunsch, allen Menschen in meinem Land, in meiner wunderschönen Heimat Grafenau und im Bayerischen Wald etwas zurückzugeben. Vor mir als Mensch brauchen Sie wirklich keine Angst zu haben;
ich bin ein ganz, ganz Netter.
Aber politisch haben Sie in mir einen Bürger, der Verantwortung für alle Menschen in seinem Heimatwahlkreis und in seinem Heimatland übernimmt, anstatt Menschen zu spalten.
Wenn Sie von der AfD davor Angst haben, dann kann ich Ihnen nur sagen: Gut so!
Und zum Schluss möchte ich noch eines sagen – das habe ich meiner Kollegin versprochen, nachdem es vorhin angesprochen wurde –: Ich war auch schon mal ein Talahon, und heute stehe ich vor Ihnen. Ich hoffe, Sie ärgern sich richtig.
Der nächste Redner ist der Kollege Dr. Hendrik Hoppenstedt, CDU/CSU-Fraktion.