Das sollten Sie mal den anderen sagen, die hier herumschreien und mich anschreien.
Es geht bei diesem Antrag zur Widerspruchslösung um mehr als nur körperliche Unversehrtheit versus Volkskörper.
Es geht um eine ganz grundsätzliche gesellschaftliche Frage: Wollen wir die Entscheidungshoheit im Land wirklich den altlinken, geprägten Politikern überlassen? Oder wollen wir den schädlichen Kurs der Alt-68er endlich beenden und zu einer Politik der Freiheit und Eigenverantwortung zurückkehren,
die unserem Land die goldenen Jahre der BRD und das Wirtschaftswunder gebracht hat. Für uns ist die Sache klar: Wir wollen keine altlinke Gerontokratie, bei der die Menschen zum Ersatzteillager für alternde Politiker degradiert werden.
Während Politiker anderer Parteien ihren persönlichen Vorteil suchen, steht für uns von der AfD der Mensch und die Menschlichkeit im Vordergrund. Wir wollen die freiwilligen Organspenden erleichtern. Es ist doch Quatsch, dass die Empfänger und Spender ein besonderes Näheverhältnis haben müssen, wenn zwei Spender, die jeweils zur Ehefrau des anderen kompatibel sind, damit ihrer eigenen Frau eine neue, passende Niere verschaffen wollen. Dafür müssen die Männer nicht anfangen, eine besondere Nähe zur Frau des jeweils anderen im Vorfeld der Spende aufzubauen, wie es das Gesetz aktuell vorsieht.
Über die Erleichterung der Cross-over-Lebendspenden könnte man die Zahl der Organspenden deutlich erhöhen, und zwar ohne damit das Recht auf körperliche Unversehrtheit und Leben anzugreifen.
Denn die Widerspruchslösung macht ganz genau das. Sie macht den Menschen zum Allgemeingut.
Erst mit dem dokumentierten Widerspruch wird der Mensch vom Volkseigentum zum Individuum. Das ist nicht nur gesellschaftlich problematisch, sondern auch für jeden einzelnen Betroffenen. Nehmen wir den Fall des 17-jährigen Stephen Thorpe. Den hatten Ärzte für hirntot erklärt und bei den Eltern wegen Organspende angefragt. Hätten die Eltern dem zugestimmt, wäre der Junge wie eine Weihnachtsgans ausgenommen worden.
Aber der Vater glaubte den Ärzten nicht, und das zu Recht; denn Stephen Thorpe führt heute ein normales Leben und studiert.
Die FDP will das Kriterium sogar noch ausweiten auf Herz-Kreislauf-Stillstand, den immerhin 11 Prozent der Menschen überleben. Statt Überleben bedeutet das dann künftig Tod und Organspende, wenn der Mensch nicht aktiv widersprochen hat. Das hat nichts mehr mit Gesundheitspolitik zu tun, sondern ist reine Geschäftemacherei und ist mit uns von der AfD nicht zu machen.
Noch ein Hinweis für die Wähler aus meinem Wahlkreis Friesland – Wilhelmshaven – Wittmund, da wir uns ja alle im Wahlkampf befinden: Die Abgeordneten Siemtje Möller von der SPD und Anne Janssen von der CDU aus meinem Wahlkreis haben den Antrag auf Widerspruchslösung unterschrieben. Sie wollen, dass ihr Körper als Ersatzteillager für die Allgemeinheit dient. Auf mich und die AfD können die Menschen weiter zählen. Wir werden die körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung bei der Organspende genauso verteidigen, wie wir es in der Coronazeit getan haben.
Bei so viel sozialistischem Gedankengut, von dem dieser Gesetzentwurf nur so trieft, möchte ich meine Rede mit den letzten Worten des Widerstandskämpfers Hans Scholl schließen,
der 1943 von Sozialisten in Deutschland ermordet wurde – ja, von Sozialisten –
und sicherlich auch gegen die Widerspruchslösung gekämpft hätte: Es lebe die Freiheit!
Vielen Dank.
Das Wort geht an Martina Stamm-Fibich.