Dann versuche ich das. – Vielen Dank. Ich fange mit dem Letzteren an. Wir sind dabei, Gespräche zu führen, Frau Kollegin Künast. Danke, dass Sie uns daran erinnern. Sie haben natürlich völlig recht: Wir sind da nur glaubwürdig, wenn wir das praktizieren, was wir von anderen fordern. Das umfasst auch die Thematik „30 Prozent Bioanteil“; da hinken wir hinterher.
Was die grundsätzliche Ausrichtung angeht, will ich Ihnen erst mal dafür danken, dass Sie die Krankenkassen angesprochen haben – eine Stimme, die wir in dem Kontext leider viel zu wenig hören. Denn es geht nicht nur um das gesundheitliche Wohlbefinden – ich komme gleich dazu, was die Kernziele sind –, sondern auch darum, dass man präventiv unterwegs ist und auch Geld spart. Es ist einfach auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten sinnvoll, dass wir nicht über ernährungsbedingte Krankheiten Probleme schaffen, die wir nachher mühsam wieder beseitigen müssen, abgesehen davon, was das für einen Verlust an Lebensqualität beinhaltet, neben der sozialpolitischen Sauerei, dass eben manche davon besonders betroffen sind. Auch unter dem Aspekt kann man das diskutieren.
In aller Kürze, wegen der Zeit: Es geht um einige zentrale Ziele. Es geht um eine stärker pflanzenbetonte Ernährung. Die Empfehlungen der Wissenschaft sind hier ganz eindeutig; da gibt es kein Vertun, wenn man nicht postfaktisch unterwegs ist. Es geht um eine weitere Reduzierung des Konsums von Zucker, Fett und Salz. Es geht um die Reduzierung der Lebensmittelverschwendung – auch da führen wir Dinge der Vorgängerregierung fort und ergänzen sie jetzt um einige neue Maßnahmen – und schließlich um die Förderung der Gemeinschaftsverpflegung mit einem erhöhten Anteil an saisonalen, regionalen und ökologisch-klimafreundlich erzeugten Lebensmitteln.
Wir wollen diesen Prozess bei mir im Ministerium nicht wie aus dem Elfenbeinturm vorantreiben, sondern es ist mir wirklich sehr wichtig, dass alle relevanten Stakeholder, wie man auf Neudeutsch so schön sagt, mit am Tisch sitzen, weil das am Ende nur funktionieren wird, wenn es gesellschaftlich angenommen wird. Wenn ich da irgendwas verkünde, dann bleibt es eine Verkündigung. Es muss gesellschaftlich angenommen umgesetzt werden. Wir müssen das außerdem so machen, dass das kein Programm für Bildungsbürger wird. Darauf werde ich sehr achten. Das ist ein Programm für die gesamte Gesellschaft, das so aufgebaut ist, dass es auch wirklich alle in den Blick nimmt.