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54. Sitzung
Donnerstag, 22. September 202220. Wahlperiode, 54. Sitzung
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Rednerwechsel

Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Kolleginnen und Kollegen! Kollege Wiener, in Bayern ist alles anders. Da stecken die Seltenen Erden nicht in den Windkraftanlagen, sondern da stecken die Windkraftanlagen selten in der Erde. Das ist der große Unterschied.

Niemand hat die Absicht, aus dem Atomausstieg auszusteigen, die Union aber sehr wohl. Sie legen uns heute einen Entwurf vor, mit dem Sie ungeniert den Atomausstieg rückabwickeln wollen.

– Doch, das wollen Sie tun, weil Sie erneute Prüfungen, die erneute Fortsetzung der Verlängerung in Ihrem Gesetzentwurf schon vorsehen.

Das werden wir nicht mitmachen; das sage ich Ihnen heute schon.

Beifallbeim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD
Zurufvon der CDU/CSU: Wo ist denn der Pragmatismus?

Sie sind ja noch nicht mal bereit, objektive Fakten aus dem Stresstest der Netzbetreiber anzuerkennen.

Sie aber anscheinend auch nicht!

Sie übersehen vor allem eines: dass der Stresstest eben überhaupt kein Sicherheitstest war.

Zurufvon der CDU/CSU]: Was ist denn eigentlich ihr Vorschlag?

Da wundere ich mich schon, mit welcher Nonchalance hier die Union sämtliche Fragen der nuklearen Sicherheit über Bord wirft.

Stimmt doch gar nicht! Steht doch drin in unserem Vorschlag!

Wir machen sogar eine periodische Sicherheitsüberprüfung!

Sie bauen darauf, dass in diesen Tagen die Menschen das gar nicht merken. Aber Sicherheit kann und darf nicht nach Tagesform neu definiert werden;

Sie wird jeden Tag garantiert durch die Landesbehörden!

sondern nukleare Sicherheitsfragen sind nicht verhandelbar.

Beifallbeim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD und der LINKEN

Das ist absolut richtig! Aber die werden jeden Tag garantiert durch die Landesbehörden!

Mit Ihrem Vorschlag, die längst überfällige Sicherheitsüberprüfung weiter aufzuschieben, schlagen Sie dem Fass endgültig den Boden aus.

Zurufvon der CDU/CSU]: Lösen Sie mal das Problem!

Ich habe es sehr genau gelesen, und es lohnt sich; das kann ich jedem empfehlen.

Ihre offene Laufzeitverlängerung, die stellt nicht nur die Sicherheitsfragen hintan, sondern die erfordert auch die Herstellung und den Einsatz neuer Brennelemente.

Wenn Sie jetzt sagen, dass es auf die eine oder andere Tonne hochradioaktiven Atommülls – es heißt übrigens nicht „Kernmüll“, sondern „Atommüll“ – gar nicht mehr ankommt, dann halte ich das für sehr zynisch.

Lieber importieren aus Frankreich, oder was?

Wer jetzt noch mehr radioaktiven Müll in die Welt setzen will, der gefährdet die ohnehin schwierige Endlagersuche in diesem Land mutwillig. Wir werden das nicht hinnehmen.

Danke schön.

Beifallbeim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD

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