Herr Abgeordneter, die Analyse teile ich nicht; sie wird auch in der Wissenschaft nicht geteilt. Die Ursache des Hungers – das ist das große Problem – ist, dass Menschen sich die Lebensmittel nicht leisten können. Da ist vor allen Dingen der Preisanstieg, den wir auch durch den Angriffskrieg gegen die Ukraine erlebt haben, das größte Problem. Wenn man 70 Prozent seines Einkommens für Lebensmittel und Energie ausgibt, dann führt jedes Prozent Steigerung der Kosten dazu, dass einfach weniger Lebensmittel gekauft werden können. Deswegen ist das erst mal der zentrale Dreh- und Angelpunkt: Es muss den Menschen ermöglicht werden, an Lebensmittel heranzukommen. Das ist die große Herausforderung. Genug Lebensmittel auf der Welt haben wir; aber sie kommen eben nicht bei denen an, die hungern. Die können sich das nicht leisten. Deswegen sind soziale Sicherungssysteme so wichtig.
Wir können aber auch gerne – mit mehr Zeit – noch über die sexuellen und reproduktiven Rechte für Frauen reden; denn auch das ist ein ganz entscheidender Faktor, um ein starkes Bevölkerungswachstum in den Griff zu bekommen. Frauen müssen mitentscheiden können, Frauen müssen Rechte haben, müssen Möglichkeiten haben, überhaupt selber zu entscheiden, wann sie Kinder haben wollen und mit wem. Und von diesen Rechten sind wir weltweit leider noch eine ganze Ecke entfernt.