Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Ministerin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Wie weit wir von der Freiheit inzwischen entfernt sind, können wir jeden Tag spüren. Die Menschen werden von einem immer übergriffigeren Staat bevormundet, und ihr Alltag wird eingeschränkt – ein Zustand, der sich längst auch an den Hochschulen festgesetzt hat. Dort werden Studenten und Dozenten inzwischen mit Gender-Neusprech, Diversityrichtlinien und Cancel-Culture in Forschung und Lehre drangsaliert.
Nicht wissenschaftliche Debatten und Exzellenz prägen die Institute, sondern sogenannte Aktivisten zerstören diese im Namen Ihrer Agenda.
Extremistische Hochschulgruppen, wie zuletzt in Kiel oder, nicht weit von hier, an der Berliner Charité, führen gar die Geschlechtertrennung wieder ein. Und das Erschreckende: Sie können sich der Zustimmung und Alimentierung durch den woken Zeitgeist sicher sein.
Das alles kann geschehen, weil längst nicht mehr gilt, was die Gebrüder Humboldt im Sinne hatten, als sie 1810 die Berliner Universität gründeten:
Sie sahen die Bildung als Ziel der Wissenschaft an, als Ziel einer modernen Universität. Ihre Nachlassverwalter hier im Parlament und in der Regierung sehen den Zweck einer Universität offensichtlich darin, dem Zeitgeist die Macht und seinen Vertretern ein fürstliches Einkommen zu sichern.
Während Ihre staatsfinanzierten NGOs auf den Straßen und in den Medien das herrschende Machtkartell sichern, liefern die staatlich abgerichteten Hochschulen die Stichworte.
Längst sind die Gebrüder Humboldt in Verruf geraten, und so werden Hochschulen – das kann man wunderbar im Haushaltsplan nachvollziehen – inzwischen nur noch als Verwaltungseinheiten betrachtet. Aber mit Geld allein lassen sich die Missstände nicht beheben. Dass die Hochschulen klamm sind, das wissen wir. Dass an den Hochschulen falsche Prioritäten gesetzt werden, das haben wir als AfD lange und intensiv hier und woanders thematisiert.
Und wir haben auch immer darauf hingewiesen, dass die Freiheit von Forschung und Lehre an unseren Hochschulen bedroht ist.
Diese akademische Freiheit ist aber die Voraussetzung für die „Wettbewerbsfähigkeit“ und die „Bewältigung der globalen Herausforderungen“, wie es vollmundig im Haushaltsplan heißt.
Deshalb: Machen Sie die Hochschulen wieder zu einem Ort intensiver Debatten und Bemühungen um das beste Argument und die besten Ergebnisse! Hören Sie auf, extremistische Hochschulgruppen zu dulden und indirekt zu finanzieren!
Hören Sie auf, Hochschulen mit sachfremden Vorgaben wie Diversity- und Genderrichtlinien zu gängeln!
Und schließlich: Hören Sie auf, die Hochschulen als Stichwortgeber für Ihre längst überholte Zeitgeistpolitik zu missbrauchen!
Oder, um es angelehnt an Karl Marx zu sagen:
Unsere Hochschulen haben nichts zu verlieren als die von Ihnen angelegten Ketten.
Herr Kollege, Sie müssen zum Schluss kommen, bitte.
Auch wenn der Geist Humboldts offiziell nicht mehr hoch im Kurs steht:
Wir als AfD sehen ihn als Grundlage für eine Neuaufstellung der Forschungs- und Hochschullandschaft hin zu echter Exzellenz.
Kommen Sie jetzt bitte zum Schluss.
Das, liebe Kolleginnen und Kollegen,
ist Tradition mit Zukunft.
Die nächste Rednerin in der Debatte ist für die SPD-Fraktion Dr. Carolin Wagner.