Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Kolleginnen und Kollegen! Sagen wir erst einmal die Wahrheit zur Ampel. Als jemand, der die Ampel erlebt hat – ich will nicht von einer Ampelschädigung sprechen –, kann ich Ihnen sagen: Dieser Haushalt hat nichts mit dem Gewürge der Ampel zu tun. Wenn wir darauf blicken, dass wir hier ein Sondervermögen für Infrastruktur und Investitionsförderung auf den Weg gebracht haben, wenn wir darauf blicken, dass wir tatsächlich den Kernhaushalt deutlich erhöht haben, wenn wir darauf blicken, dass wir tatsächlich in der Lage gewesen sind, auch Forschungsschwerpunkte zu setzen, dann sehen wir: Das ist eine ganz andere Arbeit, als wir sie damals leisten konnten. Wir sind damals behindert worden durch eine Fraktion, die jetzt zu Recht nicht mehr im Bundestag vertreten ist.
Der jetzige Haushalt ist ein ganz anderer Ansatz, und darauf können wir stolz sein.
Wir werden in der Tat vor unfassbaren Herausforderungen stehen, und diese Herausforderungen möchte ich an drei Beispielen erläutern: Die erste Herausforderung, die wir vor uns haben, ist, dass wir es innerhalb von nur 25 Jahren schaffen müssen, klimaneutral zu wirtschaften. Wenn man den weltweiten Gesamtenergieverbrauch betrachtet, beträgt der Anteil, der durch erneuerbare Energien gedeckt wird, nur 8 Prozent. Das heißt, es sind noch über 90 Prozent zu schaffen. Die Technologien, die wir dafür benötigen, sind in großen Teilen noch nicht erfunden.
Wir müssen uns dieser Herausforderung stellen. Wir müssen allerdings auch die Gelegenheit nutzen, diese Technologien wirtschaftlich umzusetzen und diese Technologien zu exportieren, sie anderen zur Verfügung zu stellen. Wir haben eine Herausforderung, aber wir haben auch eine unglaubliche Möglichkeit, und wir dürfen diese Möglichkeit nicht ungenutzt lassen.
Der zweite Bereich, auf den ich hier zu sprechen kommen möchte, ist die vierte industrielle Revolution, wenn man so will. Wir haben derzeit einen Umbruch in der künstlichen Intelligenz – ein Thema, mit dem ich mich sehr intensiv seit Jahren beschäftige –, der sich wie folgt beschreiben lässt: Hier wird eine Veränderung in zehn Jahren stattfinden, die normalerweise über einen Zeitraum von siebzig Jahren läuft. Wir werden in der Robotik, in der Dienstleistung, aber auch in der Forschung innerhalb von zehn Jahren alles anders machen, als wir es heute machen. Eine so schnelle Transformation hat es noch nie gegeben.
Deutschland droht zum jetzigen Zeitpunkt in diesem wichtigen Bereich den Anschluss zu verlieren. Daher sind die Investitionen, die Ministerin Bär eben angesprochen hat, lebensnotwendig, damit wir zukünftig eine Rolle spielen können. Wir haben die letzten zwei Jahre schon ein Stück weit den Anschluss verloren. Wir müssen hier durch die AI Gigafactory, durch die KI-Initiative, durch die Mikroelektronik, durch die Quantentechnologie aufholen. Sonst werden wir keine Rolle mehr spielen, und das wird dann auch unser freiheitliches Lebensmodell betreffen. Daher müssen wir investieren, und wir nehmen diese Herausforderung an.
Ganz zum Schluss ein dritter Bereich, ein Bereich, mit dem ich sehr eng bin, der mir sehr wichtig ist: Wir erleben derzeit in den Vereinigten Staaten eine Mittelkürzung in der Krebsforschung, in der Demenzforschung, in der Immunologie – Stichwort „ME/CFS“ – von 40 Prozent, in all diesen Bereichen. Diese Kürzung um 40 Prozent ist größer als das, was in ganz Europa investiert wird. Daher wird hier Deutschland gefordert sein. Sonst verlieren wir zehn Jahre für die Heilung dieser wichtigen Erkrankungen.
Ich als Ausschussvorsitzender rufe Sie auf: Sehen wir ab von der Parteipolitik! Arbeiten wir zusammen! Arbeiten wir mit der Ministerin und ihrem Haus zusammen! Wir stehen vor gemeinsamen Aufgaben. Wir können diese Aufgaben bewältigen. Ich bin sicher: Wir werden diesen Weg auch gemeinsam gehen.
Ich danke Ihnen.
Der nächste Redner in der Debatte: für die Unionsfraktion Frederik Bouffier.