Sehr geehrte Präsidentin! Werte Kollegen! Frau Ministerin! 2016 war die Welt noch halbwegs in Ordnung, zwar nicht in der Migrations-, dafür aber in der Energiepolitik. Damals bin ich gerade in den Landkreis Augsburg gezogen. Wenn ich dann am Wochenende morgens mit dem Fahrrad zum Bäcker gefahren bin, konnte ich im Westen jenseits des Naturparks zwei schneeweiße Dampfwolken über dem satten Grün des Waldes sich erheben sehen; die Dampfwolken des Kernkraftwerkes Gundremmingen. Ende 2017 verschwand zuerst die eine Dampfwolke, im Dezember 2021 dann die zweite. Damit verschwand für mich auch das Gefühl, in einem Land mit sicherer Stromversorgung zu leben.
Deutschland leistet sich einen energiepolitischen Irrsinn historischen Ausmaßes. Während die ganze zivilisierte Welt auf Kernkraft setzt,
leisten Sie sich den Luxus, funktionierende, sichere und erprobte Kraftwerke mutwillig zu zerstören.
Statt auf bewährte Technik zu setzen, wird ein gigantisches Experiment mit Windrädern, Solaranlagen und Stromspeichern gestartet: teuer, unzuverlässig, Natur zerstörend und zutiefst bürgerfeindlich. Ihre Windmonster zerstören Wälder und Landschaften. Photovoltaik frisst bestes deutsches Ackerland. Ihre Speichertechnologien sind nichts anderes als Milliardengräber, und das alles für Strom, der zufällig, wetterabhängig und unplanbar ins Netz fließt oder gelegentlich auch einfach ausfällt. Dazu nur eine einzige Zahl. Obwohl Robert Habeck den Windturbo gezündet hat, wurden im ersten Halbjahr 2025 fast 20 Prozent weniger Strom aus Wind erzeugt als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Und für diesen unzuverlässigen Mist werfen Sie Milliarden an Steuergeldern hinaus.
Für die Bürger bleibt das Resultat: Stromkosten auf Höchstniveau, Gefährdung des Arbeitsplatzes und damit Verlust der sozialen Sicherheit, eine Destabilisierung der Gesellschaft. Und mit jedem Windrad wird es schlimmer.
Statt 20, 25 oder 30 Gaskraftwerke brauchen wir nun über 70, sagt der grüne Chef der Bundesnetzagentur Müller. Robert Habeck hat sich davongemacht. Sein Stromproblem hat er uns hinterlassen.
Die Antwort der neuen Regierung darauf ist jetzt, die Rezepte der alten zu wiederholen. Mehr Wind und Photovoltaik sollen das richten, bei dem Wind und Photovoltaik bereits versagt haben. Die Kernenergie hingegen liefert genau das, was eine Industrienation braucht:
preiswerten, planbaren und, wenn Sie so wollen, CO2-armen Strom, zuverlässig Tag und Nacht, werktags wie sonntags, sommers wie winters. Weltweit erkennen Regierungen dies an und errichten und planen neue Kernkraftwerke. Neue Reaktoren werden gebaut, alte Laufzeiten verlängert, Ausstiegsbeschlüsse gekippt. Nur Deutschland sprengt Kühltürme, als wären wir die Ludditen, die Maschinenstürmer des 19. Jahrhunderts.
Darum fordern wir ein sofortiges Moratorium des Rückbaus deutscher Kernkraftwerke. Stoppen Sie Ihr Vernichtungswerk; denn das, was noch steht, kann wieder ans Netz, sogar für wenig Geld, wenn man es mit den Kosten Ihrer Energiewende – wir haben die Zahlen gerade gehört – vergleicht.
Es ist unsere Pflicht als Abgeordnete, funktionierende sichere Kraftwerke nicht mutwillig zu vernichten, während Sie unser Land gerade in die energiepolitische Katastrophe führen.
Meine Damen und Herren, die Alternative ist klar: Entweder wir lassen uns weiterhin in Abhängigkeit von Wetter, Zufall, amerikanischen oder russischen Importen treiben und bauen 70 weitere Gaskraftwerke, oder wir entscheiden uns für eine rationale, sichere und zukunftsfähige Energiepolitik. Und das heißt Kernkraft.
Alles andere führt uns tiefer in Krise, Armut und Abhängigkeit. Alles andere verlangt nach der Zerstörung unserer Heimat und unserer Natur, wie auch im Fall des Naturparks Augsburg – Westliche Wälder, der durch massiven Windradzubau zerstört werden soll. Ich aber sehe lieber weiße Wolken aus Wasserdampf über einem intakten Wald stehen, als diesen Wald für Ihre falsche Energiepolitik zu opfern.
Die Sprengung unserer Kernkraftwerke ist kein Fortschritt, sondern ein Akt energiepolitischer Barbarei. Stoppen Sie diesen Wahnsinn – jetzt, bevor es zu spät ist!
Das Wort hat nun für die CDU/CSU-Fraktion der Abgeordnete Alexander Engelhard.