Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Um an die Aussagen von Dr. Wiener, CDU, anzuknüpfen: Wir hatten einen Industriestrompreis von 17 Cent pro Kilowattstunde. Mit Subventionen wird dieser Preis nun auf durchschnittlich 11 Cent pro Kilowattstunde gesenkt. Das ist immer noch ein Drittel teurer als in den USA oder in China. Das Ergebnis sind Stellenstreichungen bei Porsche, ZF, Bosch oder TRUMPF: Bis 2030 können nach einer vom Land in Auftrag gegebenen Studie bis zu 66 000 Arbeitsplätze allein in der Automobilbranche in Baden-Württemberg verloren gehen.
Sie wollen einen Klimaturbo zünden? Damit meinen Sie sicher die von Ihnen propagierte CO2-Vermeidung um jeden Preis. Sie wollen Stromkosten senken? Beides zusammen geht nicht ohne Kernkraft.
Für mich ist Energie nicht nur Theorie. Ich habe mein Berufsleben als Betriebsphysiker in baden-württembergischen Kernkraftwerken verbracht, habe Hand in Hand mit hochmotivierten und hochqualifizierten Betriebsmannschaften zusammengearbeitet. In Neckarwestheim II haben die Mitarbeiter bis April 2023 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche sauberen, sicheren, verlässlichen, CO2-armen Strom für 3 Cent pro Kilowattstunde geliefert – 11 Terawattstunden im Jahr.
Und für maximal 3 Milliarden Euro könnten wir Neckarwestheim II innerhalb von drei Jahren wieder am Netz haben, Herr Dr. Wiener, wenn wir das nur wollen!
Aber die Grünen und Minister Robert Habeck haben die deutsche Unerbittlichkeit auf die Spitze getrieben. Ohne Sinn und Verstand wurden – mitten in der Energiekrise – die letzten drei voll funktionsfähigen Kernkraftwerke Neckarwestheim II, Isar 2 und Emsland vom Netz genommen. Niemand hat Sie damals dazu gezwungen! Im Gegenteil: Würden Sie Ihre Erderhitzungs-Eisbären-Propaganda selbst ernst nehmen, wären Sie schon längst den Weg der finnischen Grünen gefolgt,
die eingesehen haben: Ohne Kernkraft ist Ihr sogenannter Klimaschutz, ist Dekarbonisierung undenkbar.
Aber hier in Deutschland ist alles noch viel schlimmer: Die Energieversorger schicken meine Kollegen auf politisches Geheiß jeden Tag in die Anlagen, die die sichersten Kernkraftwerke der Welt waren, um die Hochtechnologie, die wir in Deutschland haben, Tag für Tag immer weiter zu zerstören. Angesichts der politischen Lage nicht nur in Baden-Württemberg ist das politisch unverzeihlich. Dekarbonisierung ohne Kernkraft ist Deindustrialisierung.
Nicht nur am 8. März in Baden-Württemberg gilt deshalb: Jede Stimme für Grün, Schwarz, Rot ist eine Stimme für die weitere Zerstörung unserer Energieinfrastruktur und unserer deutschen Industrie. Schluss damit!
Vielen Dank. – Der nächste Redner ist Lars Rohwer für die Unionsfraktion.