Herr Präsident! Herr Minister! Werte Kollegen! Ich finde es immer schön, wenn die Vorredner von der Union sagen: Wir brauchen Bürokratieabbau. 16 Jahre hattet ihr Zeit, Bürokratie abzubauen. Was habt ihr gemacht? Ihr habt sie aufgebaut. Und jetzt, nach dreieinhalb Jahren „Fortschrittskoalition“, die das Ganze noch mal getoppt hat, sagt ihr: Jetzt müssen wir das aber zurückführen. Das ist wie der Blinde, der von der Farbe spricht, meine sehr geehrten Damen und Herren. Reden Sie nicht darüber! Machen Sie es einfach!
Dann werden es Ihnen die Bauern auch danken.
Ich bin ja froh, dass mein Vorredner den Wolf angesprochen hat. Der Canis lupus ist Symbol für das politische Versagen der Altparteien. Seit 25 Jahren breitet er sich ungebremst in Deutschland aus.
Heute sprechen wir von rund 2 000 Tieren; genau weiß es niemand, nicht mal die Bundesregierung. Das war die Antwort auf unsere Kleine Anfrage.
Deutschland hat mittlerweile eine der dichtesten Wolfspopulationen weltweit. Allein im Land Niedersachsen gibt es rund 600 Wölfe. Das ist mehr als in ganz Skandinavien. Der Unterschied? Dort wird gehandelt, hier wird gelabert.
Und das bezahlen wir hier auch nicht im Bundestag, sondern das bezahlen unsere Schäfer, unsere Bauern, unsere Menschen auf dem Land.
Vielleicht noch ein paar konkrete Zahlen dazu. 2023 gab es über 5 700 gerissene Weidetiere – 638 000 Euro Entschädigungszahlungen. Über 21 Millionen Euro wurden für den Herdenschutz ausgegeben. 2024 waren es schon mehr als 23 Millionen Euro. Und die Spirale dreht sich weiter. Das ist kein Schutz der Natur, das ist eine Subvention der Untätigkeit.
Jeder Euro mehr in den Herdenschutz ist nichts anderes als ein Beweis für Ihr Scheitern.
Aber was steht im Haushaltsentwurf 2026? Kein einziger eigener Titel für ein echtes Wolfsmanagement. Sie verteilen Almosen, aber Sie liefern keine Lösungen. Die Folgen sind dramatisch: Schäfer verlieren ihre Lebenswerke. Ganze Zuchtlinien – jahrzehntelange Arbeit – gehen in einer Nacht verloren. Und währenddessen sitzen Sie hier in Berlin und reden von Koexistenz.
Für die Landwirte draußen ist das blanker Hohn.
Die Menschen draußen fragen längst: Wozu eine Regierung, die Milliarden für Bürokratie verpulvert, aber nicht einmal fähig ist, den Bestand der Wölfe zu regulieren? Wir sind daher zu einer ganz klaren Aussage gekommen: Der Wolf muss ins Jagdrecht und raus aus dem Bundesnaturschutzgesetz. Das ist eine Lösung für unsere Bauern.
Herr Kollege.
Das ist eine Lösung für unsere Schäfer.
Sie müssen zum Ende kommen.
Recht vielen Dank.
Herzlichen Dank. – Die nächste Rednerin ist Svenja Stadler für die SPD-Fraktion.