Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Kollegen! Liebe Sportler! Das Budget für den Spitzensport steigt laut Regierungsentwurf um 3,6 Prozent auf rund 346 Millionen Euro. Das ist relativ erfreulich, aber nicht der große Wurf, den Sie meinen, Herr Stephan Mayer. Wir als Alternative für Deutschland werden sicherlich wieder ungefähr zehn Haushaltsanträge stellen, um den Entwurf zu verbessern.
Einige unserer Vorschläge sind ganz simpel, wie zum Beispiel ein Sonderfonds für Mütter im Spitzensport oder ein Liquiditätsfonds für Verbände, um Reisen und Trainingslager früher buchen zu können. Das gibt Sicherheit und spart Geld. Es wundert uns, dass diese Vorschläge noch nicht einfach mal übernommen worden sind; denn die Vorschläge sind einfach, richtig, praktisch und gut.
Vor einer Woche habe ich hier an dieser Stelle den 30-jährigen Niedergang des deutschen Sports dargestellt: vom dritten Platz bei Olympia 1992 auf den elften Platz bei Olympia 2024. Zur Erinnerung: Sport ist Ländersache und eben nicht Sache des Bundes.
Dann schauen wir doch mal, ob die Länder dieser Verantwortung gerecht werden. Im Jahr 2005 haben die Bundesländer 22,5 Prozent zur Gesamtfinanzierung des deutschen Sports beigetragen – die Kommunen übrigens 75 Prozent. Zehn Jahre später, im Jahre 2015, lag der Länderbeitrag nur noch bei 15 Prozent; die Kommunen mussten über 80 Prozent des Gesamtbetrags schultern. Die Länder haben also in nur zehn Jahren ein Drittel weniger Geld für den Sport bereitgestellt. Die Länder haben den deutschen Sport im Grunde ausgetrocknet.
Wer sind denn die deutschen Bundesländer? Das sind im Grunde Sie. Alle alten Parteien regieren irgendwo und haben damit ein Drittel beim deutschen Sport in zehn Jahren gekürzt.
Wie gesagt, die Kommunen mussten über 80 Prozent schultern. Das ist dasselbe Muster wie bei der illegalen Migration: Aufgaben herunterreichen, aber die Finanzierung verweigern. So ruiniert man Kommunen.
Seit 2015 hat sich diese ungerechte Verteilung nur minimal geändert. Frau Dr. Schenderlein – sie ist nicht mehr da; gut –, am 16. Oktober tagt die nächste Sportministerkonferenz. Wir erwarten von Ihnen, dass Sie die Bundesländer dort in die Pflicht nehmen. Bringen Sie Ergebnisse mit und keine Fotos! Sorgen Sie dafür, dass die Länder ihre originäre Aufgabe erfüllen und den Sport angemessen finanzieren!
Und noch etwas: Die Sportbürokratie in Verbänden und Ministerien, langjährig SPD-geprägt, hat völlig versagt. Niemand, der für den Sport brennt, lässt sich in nur zehn Jahren ein Drittel seines Budgets wegnehmen. Alle wollen einen Posten, aber keiner will arbeiten.
Dabei liegt die Lösung auf der Hand. Wir haben in Deutschland viele kompetente aktive und ehemalige Weltklassesportler, die wissen, wie es geht. Lasst die Sportler ran! Lasst die Fachleute ran! Lasst die Politiker draußen! Dann klappt es auch wieder mit dem Sport.
In diesem Sinne: Sport frei!
Herr König, als ehemaliger Ministerpräsident des Landes Thüringen will ich wenigstens anmerken, dass Oberhof in der Zeit komplett olympiatauglich und weltmarkttauglich ausgestattet worden ist – mithilfe des Bundes, des Landes und aller Kommunen.
Für die SPD-Fraktion darf ich aufrufen: Daniela Rump.