Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Kollegen! Und vor allem: Liebe Sportler! Bevor ich zum Thema komme, noch eine kleine Bemerkung zum Kollegen Wiese. Herr Wiese, nehmen Sie zur Kenntnis, dass bei der Kommunalwahl in NRW in Gummersbach und Paderborn die AfD stärkste Kraft in den Integrationsräten geworden ist.
Das bedeutet, Migranten wählen heute AfD.
Kommen wir zum Thema. Wir haben einen beispiellosen Niedergang des deutschen Spitzensports in den letzten Jahrzehnten gesehen. Bei Olympia war Deutschland 1992 auf dem dritten Platz mit doppelt so vielen Goldmedaillen wie China. Wenn man das heute jungen Leuten erzählt, dann ist das unvorstellbar. Heute, 32 Jahre später, sind wir bei Olympia auf den zehnten Platz abgerutscht, der in Wirklichkeit ein elfter ist, weil Russland nicht teilgenommen hat.
Ein noch drastischeres Beispiel ist die Leichtathletik-WM 2023. Dort haben wir nicht eine einzige Medaille geholt: null, nada, überhaupt gar keine. Die WM gibt es aber erst seit 1983, und im ewigen Medaillenspiegel liegt Deutschland auf Platz zwei hinter den USA. Wie gut müssen wir, wie gut muss Deutschland in der Vergangenheit gewesen sein, wenn man trotz einer aktuellen Nullnummer immer noch Zweiter ist? Die Verantwortung für diesen Niedergang – 30 Jahre Niedergang – tragen die deutschen Sportpolitiker, alle hier. Sie haben ihn einfach ohne jede Gegenwehr geschehen lassen.
Erstens. Heute haben wir einen Sanierungsstau von 40 Milliarden Euro bei den Sportstätten.
Zweitens. Eine fünffache Weltmeisterin muss 8 000 Euro Eigenmittel aufbringen, damit sie überhaupt für Deutschland starten kann.
Drittens. Der organisierte Sport ist zur Beute der 14-Prozent-Partei SPD geworden. Die Präsidenten der drei wichtigsten Sportverbände sind stramme Genossen, nämlich vom DOSB, vom DFB und der Ehrenpräsident des Deutschen Behindertensportverbandes. Mir fallen noch weitere Namen ein wie Rudolf Scharping vom Bund Deutscher Radfahrer. Mindestens drei Präsidenten der Landessportbünde sind SPD-Mitglied.
Viertens. Die letzten Olympischen Spiele in Deutschland sind 53 Jahre her. In allen anderen G7-Staaten fanden in dieser Zeit zum Teil mehrfach Olympische Spiele statt: in den USA viermal, in Kanada dreimal, in Frankreich, Italien und Japan zweimal und in Großbritannien immerhin noch einmal 2012. Nur in Deutschland nicht. Thomas Bach war 14 Jahre lang IOC-Präsident. Sie haben es tatsächlich geschafft, diese lange Amtszeit eines Deutschen verstreichen zu lassen, ohne Olympische Spiele zu bekommen. Was für ein Armutszeugnis für die deutsche Sportpolitik!
Der aktuelle Haushalt für den Spitzensport mit seinen etwa 330 Millionen Euro im Regierungsentwurf entspricht etwa 0,06 Prozent des Gesamthaushaltes. Zum Vergleich: So viel hat die deutsche Regierung 2024 für Radwege in Peru ausgegeben.
Insgesamt gab es 50 Milliarden Euro für kalte Luft. Sie nennen es Klimaschutz. Deutschland mit seinem 0,07-Prozent-Anteil an der Erdoberfläche rettet das Weltklima: eine vollkommen irre Wahnvorstellung!
Für diesen Schwachsinn geben Sie, werte Altpolitiker, das 150-Fache dessen aus, was Ihnen der deutsche Sport wert ist; das 150-Fache. Wir von der Alternative für Deutschland haben in den Haushaltsberatungen gefordert, den Sporthaushalt 2025 auf über 400 Millionen Euro zu erhöhen, was wir mit zwölf Haushaltsanträgen unterlegt haben. Ihre Antwort auf den dramatischen Niedergang des deutschen Sports lautet: Erstens mehr Klimaschutz, zweitens wenig Geld für den Sport, drittens mehr Bürokratie mit Sportagentur und Sportfördergesetz. Unsere Antwort lautet:
Erstens. Die Sportstätten mit einem Goldenen Plan von 40 Milliarden Euro sanieren, also über zehn Jahre 4 Milliarden Euro jährlich.
Zweitens. Langfristig 1 Milliarde Euro jährlich nur für den Spitzensport bereitstellen.
Drittens: Entflechtung aller Mischfinanzierungen und Mischverantwortlichkeiten, klare Zuständigkeiten bei Sportlern, Trainern und Sportstätten.
Und viertens: Politiker raus aus dem organisierten Sport.
Wir haben viele kompetente, aktive und ehemalige Weltklassesportler, die ganz genau wissen, wie es geht. Lasst die Fachleute ran. Lasst die Politiker draußen. Und dann klappt es auch wieder mit dem Sport.
In diesem Sinne „Sport frei!“.
Vielen Dank. – Bevor wir die Debatte fortsetzen, erteile ich das Wort für eine Kurzintervention dem Abgeordneten Dirk Wiese.