Verehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Bei dieser Diskussion hier im Hohen Hause habe ich jetzt fast den Eindruck, dass man, um Sport zu machen, unbedingt große Hallen und luxuriös ausgestattete Sportstätten braucht. Wer sich bewegen will, der kann auch in der freien Natur unterwegs sein, dem reicht so mancher Waldweg zum Laufen, dem reicht so mancher Hang zum Skifahren. Man soll sich einfach nur bewegen.
Es geht darum, dass sich unsere Menschen bewegen und dass sie dadurch gesund sind.
Jetzt kommt die AfD mit einem Antrag und verlangt eine Investition von 40 Milliarden Euro – man muss sich mal die Zahl vorstellen: 40 Milliarden Euro! –, ohne ein Wort dazu zu verlieren, wo das Geld herkommen soll.
Ich will das nur sagen: Diese Steuergelder, die wir hier verteilen – –
Herr Abgeordneter, gestatten Sie eine Zwischenfrage?
Nein, danke.
Diese Gelder, die wir hier verteilen, werden von den Bürgerinnen und Bürgern unseres Landes erwirtschaftet, die jeden Tag zur Arbeit gehen, die ihre Steuern zahlen. Hier schnell zu sagen: „Wir hauen jetzt 40 Milliarden Euro raus“, ohne zu sagen, woher das Geld kommen soll, finde ich schon sehr dreist von der AfD.
Und dann noch dazu: Diese Partei steht dafür, dass man die Europäische Union verlassen soll, dass man den Euroraum verlassen soll. Wie es dann wirtschaftlich in Deutschland weitergehen soll, wo dann die Steuergelder herkommen sollen, ist mir ein Rätsel. Deshalb ist dieser Antrag purer Populismus, und er ist abzulehnen.
Klar, wir haben einen Investitionsbedarf in den Sportstätten, gerade wenn es Richtung Leistungssport geht, aber auch in Richtung Breitensport. Es ist aber bereits angemerkt worden: Es geht hier auch um die Zuständigkeit. Es geht hier auch um die Länder. Blicken Sie mal nach Bayern! Da höre ich weniger Klagen als in anderen Bundesländern in Deutschland. Da läuft es; da sind wir gut unterwegs.
Die AfD hebt in ihrem Antragstext die Wichtigkeit von Sport für den sozialen Zusammenhalt hervor. Sie spricht von Toleranz. Sie spricht von Respekt. Meine Damen und Herren, wer den Sport als Kitt unserer Gesellschaft beschwört, darf gleichzeitig nicht selbst diejenigen spalten, die auf unseren Sportplätzen gemeinsam stehen, egal welcher Herkunft, egal welcher Religion, egal welcher Hautfarbe.
Sport verbindet, der Populismus der AfD spaltet.
Wir haben in unserer Koalition auch schon geliefert. Es ist bereits erwähnt worden: Der Sport und das Ehrenamt sind im Bundeskanzleramt angekommen. Sie sind – ich sage das mal so flapsig – kein Anhängsel mehr irgendeines Ministeriums, sondern zentral im Bundeskanzleramt mit der Staatsministerin für Sport und Ehrenamt installiert. Wir setzen hier ein klares Signal für Sport und Ehrenamt in unserem Land, und das ist gut so.
Meine sehr verehrten Damen und Herren, das Geld muss jetzt auch unkompliziert investiert werden. Diese Sportmilliarde, die wir vereinbart haben, muss unkompliziert beim Breitensport, aber auch beim Leistungssport ankommen, damit wir unsere Vereine stärken können, damit wir unsere sportlich aktiven Menschen stärker unterstützen können.
Und ich füge deutlich hinzu: Das eine ist das Geld, das wir investieren, aber das andere ist die gesellschaftliche Wertschätzung der Menschen, die sportlich aktiv sind.
Für mich ist auch besonders wichtig: Wir stehen in den nächsten Wochen vor der großen Entscheidung, ob wir Olympische Spiele in unserem Land haben wollen. Am 26. Oktober entscheidet die Bevölkerung in München darüber, ob man sich für Olympia bewirbt. Wir haben vier tolle Bewerberregionen bzw. Städte in Deutschland, die die Olympischen Spiele nach Deutschland holen wollen. Olympische Spiele in Deutschland bewirken mehr für den Breitensport, bewirken mehr für den Leistungssport als irgendwelche Anträge der AfD, und dieser Antrag ist abzulehnen.
Vielen Dank.
Für eine Kurzintervention darf ich dem Abgeordneten Jörn König, AfD, das Wort erteilen.