Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Liebe Frau Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages! Liebe Sara Nanni, danke für die Legislaturperiode. – Am Ende der letzten Wahlperiode, meine Damen und Herren, diskutierte die Republik über das Ergebnis einer Abstimmung über einen Entschließungsantrag der Unionsfraktion, der, beabsichtigt oder unbeabsichtigt, eine Mehrheit nur erreichen konnte mit den Stimmen von CDU/CSU, FDP und AfD. Völlig überschattet von dieser heftig geführten Diskussion in der Woche über einen Antrag, der noch nicht einmal den Anspruch hatte, konkrete Maßnahmen zu ergreifen, wurde ein Gesetzesvorhaben, das nur zwei Tage später von der überwältigenden Mehrheit dieses Hauses verabschiedet wurde, das Artikelgesetz „Zeitenwende“. In Dutzenden von Sitzungen, Anhörungen und Arbeitstreffen wurde über Monate hinweg gemeinsam von SPD, Grünen, FDP, der Union und dem BMVg ein für die Versorgung und Absicherung unserer Soldatinnen und Soldaten unendlich wichtiges Gesetz erarbeitet und dann verabschiedet. Meine Damen und Herren, wir können es. Und die Menschen in unserem Land können von uns erwarten, dass sie beschützt werden, im Inneren wie im Äußeren.
Der Koalitionsvertrag zwischen der Union und der SPD enthält auch eine Einladung zur konstruktiven Zusammenarbeit; und wir haben doch am 31.01. schon gezeigt, dass wir es können. Denn die territoriale Integrität eines Landes und eines Bündnisses, also die Fähigkeit, das eigene Land, das eigene Bündnis vor Krieg zu schützen, ist – leider – die Voraussetzung für alle anderen Politikbereiche. Darum werden wir dafür Sorge tragen, dass unsere Soldatinnen und Soldaten materiell und personell in der Lage sind, unser Land und unser Bündnis zu schützen. Darum, meine Damen und Herren, werden wir dafür sorgen, dass unsere Versorgungssysteme, auch die zivilen, widerstandsfähig gegen hybride Angriffe von außen sind. Darum, meine Damen und Herren, werden wir dafür sorgen, dass bei Fragen der zivilen Infrastruktur Aspekte der Landesverteidigung immer mitgedacht werden müssen, freilich ohne jede Freibadsanierung in den Einzelplan 14 zu stecken, wie sich das manche Kommunalpolitiker/-innen gerade wünschen.
Darum werden wir dafür sorgen, dass wir unsere Regeln so anpassen, dass Beschaffungen für die Landesverteidigung schneller und besser erfolgen können, auch indem wir einsehen, dass nicht die Verwaltung das Problem ist, sondern wir, die wir der Verwaltung immer mehr Regeln aufbürden. Darum werden wir durch langfristige Beauftragungen dafür sorgen, dass die deutsche und europäische Rüstungsindustrie wieder Fähigkeiten und Kapazitäten aufbauen kann, und auch darauf achten, dass die Expertise unseres starken Mittelstandes weiter ausgebaut wird.
Darum werden wir dafür sorgen, dass wir Operational Security wieder ernst nehmen und nicht mehr jede militärische Fähigkeit in den Medien und Talkshows diskutieren können.
Darum, meine Damen und Herren, werden wir dafür sorgen, dass unsere Politik nicht eindimensional auf militärische Fähigkeiten setzt, sondern immer auch – das sagt der Koalitionsvertrag ganz klar – auf humanitäre Hilfe, Entwicklungszusammenarbeit, kluge Außenpolitik und Sicherheitspolitik, dass diese Politikbereiche gemeinsam und nicht getrennt voneinander gedacht werden. Das ist eine klare Lehre aus Afghanistan, die wir ziehen müssen. Wir stehen zu allen Partnern in der NATO. Und wir werden Verantwortung für alle Partner in der NATO übernehmen, so wie alle Partner in der NATO auch Verantwortung für uns übernehmen werden.
Herr Präsident, wir werden Minister Pistorius dabei unterstützen, seinen eingeschlagenen Weg weiter mutig fortzusetzen. Wir wissen, dass militärische Operationen nicht der einzige Weg zum Frieden sind. Deshalb werden wir auch immer wieder verhandeln und nicht müde werden, Alternativen zu Krieg, zu Tod und zu Gewalt aufzuzeigen. Aber wir verhandeln aufrichtig, wir verhandeln stark, und wir verhandeln wehrhaft; denn unsere Freiheit, meine Damen und Herren, ist es wert, verteidigt zu werden.
Vielen Dank.
Vielen Dank. – Das Wort hat der Abgeordnete Jan Ralf Nolte von der AfD-Fraktion.