Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Den Deutschen geht es schlecht, nicht nur wirtschaftlich, sondern auch seelisch. Frau Hermeier hat letzte Woche in der Tat sehr eindrücklich geschildert, unter welchen finanziellen Belastungen sie als Alleinerziehende gelitten hat, wie erschöpft sie war und wie traurig ihre Tochter war. Nebenbei bemerkt: Da kann ich jetzt übrigens wirklich nicht verstehen, wie Sie von der Linksfraktion immer wieder von Deutschland als von einem reichen Land sprechen können, zumindest wenn es um Migrationspolitik geht, und darum, immer mehr Fremde ins Land zu holen, wenn Sie doch in Ihren eigenen Reihen, am eigenen Leib sozusagen, erleben und erlebt haben, dass es nicht mal für die eigenen Leute reicht.
Aber es gibt sie, diese stillen Tränen und dieses große Leid, nicht nur bei Alleinerziehenden übrigens, sondern auch in Familien mit zwei Elternteilen, die nicht mehr wissen, wie sie das alles noch stemmen sollen. Auch wir in der Alternative für Deutschland sehen das, und deshalb fordern wir sogar: Elterngeld für drei Jahre und nicht nur für ein Jahr, und zwar in Höhe von 100 Prozent des Nettoeinkommens, nicht nur 65 Prozent.
Ich sage Ihnen auch, warum wir das wollen: Familien sollen selbst entscheiden dürfen, wer wie lange nach der Geburt eines Kindes zu Hause mit seinem Kind bleiben darf, wie lange das Kind das Glück genießen darf, mit seinen Eltern in möglichst großer Ruhe und Geborgenheit zusammen sein zu können.
Aber ich sage auch: Das Konzept des Elterngelds insgesamt kann nur eine Übergangslösung sein. Was wir eigentlich in Angriff nehmen müssen, ist so viel mehr, als nur die Dauer und die Höhe des Elterngelds zu verändern. Wir müssen insgesamt zu einer Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik kommen, in der es leicht ist, viele Kinder zu haben, in der die normale deutsche Familie wieder den Mut aufbringt, viele Kinder zu bekommen, in der Kinder wieder als das wahrgenommen werden können, was sie schon immer in allen Gesellschaften und Kulturen weltweit sind und waren: Grund für Hoffnung, Freude und Glück,
das schöne Gefühl, dass das Leben noch weit in die Zukunft reicht, dass das, was die Vorfahren aufgebaut und mit Liebe an uns weitergegeben haben, wir wiederum an die nachfolgende Generation weitergeben können, die Zuversicht, dass das Leben eben nicht mit uns endet.
Dafür brauchen wir aber ganz grundlegende Veränderungen des jetzigen familienfeindlichen Status quo in Deutschland. Wir brauchen eine Wirtschaftspolitik, in der ein Gehalt für eine Familie wieder reicht, eine Energiepolitik, die das Leben überhaupt erst wieder bezahlbar macht, eine Steuerpolitik, die Ehe und Kinder belohnt, und – und das ist mir ganz besonders wichtig – auch eine Kulturpolitik, die Männer und Frauen nicht auf berufliche Konkurrenten reduziert, sondern sie als sich natürlich ergänzende Teilstücke innerhalb der Familie und im Leben insgesamt anerkennt.
Herzlichen Dank.