Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine Damen und Herren! Nach dieser Rede der AfD bleibt einem wirklich die Spucke weg. Das hatte überhaupt nichts mit dem Thema zu tun.
Es geht hier um die Ferienbetreuung. Anscheinend haben Sie noch nie solche Ferienangebote besucht. Da werden Sie sehen, dass die Kinder ganz tolle Angebote bekommen. Und die machen das gerne, die gehen da freiwillig hin – kaum zu glauben, unfassbar.
Kinder brauchen wirklich keine ideologischen Debatten, wie sie jetzt von der AfD geführt werden, sondern sie brauchen eine verlässliche Betreuung, gute Bildung und echte Chancen. Eltern brauchen auch keine überholten Rollenzuschreibungen, vor allem nicht wir Frauen. Eltern brauchen die Sicherheit, Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren, auch in den Ferien. Darum geht es heute.
Mit dem Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung an Grundschulen haben wir einen Meilenstein gesetzt. Aber der Betreuungsbedarf endet eben nicht am letzten Schultag vor den Ferien. Die Ferienzeiten sind nun mal eine große Herausforderung für die Familien. Es gibt circa zwölf Wochen Ferien im ganzen Jahr. Allein die Sommerferien dauern über sechs Wochen. So viel Urlaub hat nun mal niemand in der Familie, außer die Mütter, wie Sie das gerne hätten, sind zu Hause; dann geht das natürlich. Aber es gibt auch Mütter, die gerne arbeiten möchten. Für diese Mütter wollen wir uns einsetzen, damit sie eine vernünftige Betreuung in den Ferien für ihre Kinder bekommen.
– Bevor Sie mir noch mehr von meiner Redezeit wegnehmen, fahre ich fort.
Wir wollen gerade für die Alleinerziehenden etwas tun, weil sie das alleine stemmen müssen. Deswegen ist für Alleinerziehende eine gute Ferienbetreuung besonders wichtig.
Unser Gesetzentwurf eröffnet Chancen, Jugendarbeit und Ganztagsangebote in den Ferien besser zu verzahnen. Ich denke an die vielen Angebote in meinem Wahlkreis, an das Evangelische Jugendwerk oder an die AWO, die wirklich tolle Angebote gerade in den Sommerferien organisieren. Kinder sollen nicht nur beaufsichtigt werden, sondern auch sinnvolle Freizeitangebote erhalten, die sie in ihrer Persönlichkeitsentwicklung fördern. Darum geht es. Das ist nicht nur familienpolitisch klug, sondern auch volkswirtschaftlich sinnvoll. Wer Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglicht, stärkt die Erwerbsbeteiligung und auch unsere Wirtschaftskraft. Ich glaube, das ist im Sinne von uns allen.
Vielen Dank.