Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Linke fordert in ihrem Antrag, auf die geplanten Transporte von 152 Castorbehältern von Jülich nach Ahaus zu verzichten. Stattdessen soll ein neues Zwischenlager in Jülich gebaut werden. Das beweist: Sie von der Linken wollen möglichst viele Kernenergieprobleme pflegen, anstatt sie zu lösen. Das ist definitiv das Gegenteil von dem, was unser Land braucht.
Sie bringen mal wieder Angst ins Spiel. Zusammen mit lokalen Gruppen organisieren Sie Veranstaltungen und Proteste. Wenn man sieht, Frau Hermeier, wie Sie sich zu diesem Thema im Internet verbreiten, wird klar: Mit diesem Antrag wollen Sie sich vor allem selbst bewerben. Und die Sicherheitsrisiken, die Sie als Grund für Ihren Antrag ins Feld führen, entstehen doch erst durch die Veranstaltungen und Proteste, die Sie mit organisieren. Sie haben sich auch im Ausschuss entsprechend geäußert.
Ich wiederhole noch einmal unsere Argumente: Die Castorbehälter, die für den Transport und die Lagerung der Brennelementekugeln entwickelt wurden, sind robust, sicher und relativ klein. Jeder Behälter hat eine Höhe von 2,70 Meter und einen Durchmesser von 1,40 Meter. Sie wurden speziell dafür entwickelt, die Strahlung nahezu vollständig abzuschirmen. Die 300 000 Brennelemente sind in Wirklichkeit 300 000 Kernbrennstoffkugeln. Jede hat einen Durchmesser von etwa 6 Zentimetern. Die Kugeln sind sicher verpackt in den 152 Castorbehältern und klingen seit über 30 Jahren ab. Sie strahlen kaum noch. In 2 Metern Abstand vom Behälter beträgt die Dosisleistung deshalb noch gerade einmal 0,1 Mikrosievert pro Stunde.
Das entspricht nur der Hälfte der durchschnittlichen natürlichen Strahlenbelastung, der jeder von uns ausgesetzt ist. Der Forschungsreaktor in Jülich, abgekürzt AVR, war genau wie der Thorium-Hochtemperaturreaktor, THTR, ein Kugelhaufenreaktor. Aus dem THTR in Hamm-Uentrop stehen schon 305 baugleiche Castoren in Ahaus – mit gleichartigen abgebrannten Kernbrennstoffkugeln. Für die Behälter aus Jülich ist in Ahaus genügend Platz. Ein Reparaturkonzept gibt es dort auch.
Alle gesetzlichen Grenzwerte werden bei den Castoren und dem anstehenden Transport nicht nur sicher eingehalten, sondern weit unterschritten.
Das gilt auch für das Personal, das die Aufgaben für Transport und Umlagerung übernehmen wird. Und, Frau Hermeier, Sie können Ihre Demonstranten guten Gewissens zu den Castoren schicken. Um die Strahlung brauchen sie sich jedenfalls keine Sorgen zu machen.
Ein neues Lager in Jülich, das Sie fordern, müsste übrigens zunächst genehmigt und dann noch gebaut werden. Eine Genehmigung mit Umweltprüfung, Sicherheitsnachweisen und Beteiligungsverfahren würde mindestens ein Jahrzehnt beanspruchen. Und das alles wäre sehr teuer und mit großem Aufwand verbunden. Auch mit einem neuen Lager in Jülich müssten die Castoren transportiert werden; denn sie müssten alle aus dem alten Lager aus- und in das neue eingelagert werden.
Das Zwischenlager Ahaus hat eine gültige Genehmigung bis 2036, und es besteht eine klare Perspektive für die Verlängerung bis zur Verfügbarkeit einer dauerhaften Lagerstätte – oder bis zur Wiederaufarbeitung des Kernbrennstoffs. Deswegen mein Fazit: Wer den Antrag der Linken unterstützt, entscheidet sich gegen eine verfügbare, genehmigte, kostengünstige
und sicherheitstechnisch tragfähige Lösung und für eine teure Verzögerung auf unbestimmte Zeit.
Wir lehnen den Antrag der Linken mit Nachdruck ab.
Vielen Dank.
Vielen Dank. – Die nächste Rednerin ist Anna Aeikens für die CDU/CSU-Fraktion.