Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Staatsminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Liebe Gäste! Das Kino, ein wahrhaft magischer Ort. Wer erinnert sich nicht gerne an Kinobesuche in seiner Jugend, insbesondere die etwas älteren Semester, die ohne Internet aufgewachsen sind und damit ohne Netflix und Chill. Das Kino hat Generationen von Beziehungen ermöglicht, die ohne Dunkelheit, gemeinsame Armlehne und 90-Dezibel-Soundtrack niemals zustande gekommen wären. Wenn man bei solchen Gelegenheiten aus dem Kino kam und sich kaum noch an den Film erinnern konnte, war es trotzdem oftmals ein befriedigendes Erlebnis. Der Erhalt von Kinos ist also generell ein durchaus ehrenwertes Anliegen.
Doch heutzutage kommen immer mehr Leute oft unzufrieden aus dem Kino. Das liegt dann nicht an der Begleitung, sondern an modernen Filmen. Ein Zitat aus dem Antrag der Grünen:
„Drehbuchautor*innen, Kameraleute, Kostümbildner*innen, Techniker*innen, Musiker*innen und Schauspieler*innen bangen um ihre Existenzgrundlage. Das ist nicht weniger als eine kulturelle und wirtschaftliche Krise.“
Zitat Ende. – Das ist in der Tat eine kulturelle Krise. Diese unerträgliche Sprachverhunzung mit Gendersternchen
ist Ausdruck eines viel größeren Problems in der Kunstszene,
des Problems, das dann auch zur wirtschaftlichen Krise beiträgt, nämlich dass man das Publikum zu erziehen versucht, dass eine links-woke Agenda das Handeln bestimmt. Aber das Publikum will nicht umerzogen werden.
Am Beispiel der Gendersprache sieht man auch deutlich, dass die Mehrheit der Bevölkerung ideologisch motivierte Eingriffe in die Kultur ablehnt. Doch statt daraus zu lernen, machen beide Anträge es noch schlimmer. So heißt es dort weiter:
„Filmförderung ist […] auch Gesellschaftspolitik. […] Deshalb muss […]“
man
„auch die Fragen von Diversität, Geschlechtergerechtigkeit, Inklusion […]“
und Antidiskriminierung
„ins Zentrum stellen.“
„Ein im Filmförderungsgesetz verankerter Diversitätsbeirat sollte verbindlich mit Vertreter*innen aus entsprechenden Verbänden und Institutionen besetzt werden“
„und zusätzlich einen Sitz im Verwaltungsrat der FFA“
– Filmförderungsanstalt –
„erhalten.“
So will man sicherstellen,
„dass Förderentscheidungen künftig unter Berücksichtigung sozialer […] Nachhaltigkeit getroffen werden“
„und dass die geförderten Werke die Breite und Vielfalt der deutschen Gesellschaft abbilden.“
Genau diese wird jedoch nicht abgebildet. Stattdessen wird damit einseitig eine linke Weltsicht propagiert.
Eine weitere Institution besetzt mit Leuten, die angewandte Betroffenheitswissenschaft oder feministische Tanztheorie studiert haben und denen man hiermit staatlich finanzierte Stellen schafft, die keinerlei wertschöpfende Funktion haben. Stattdessen dreht sich eine quasi inzestuöse linke Kulturszene immer weiter um sich selbst, verleiht sich gegenseitig Preise, schustert sich gegenseitig Fördermittel zu und verliert dabei das breite Publikum immer weiter aus den Augen. Das kann so nicht weitergehen!
Der Filmindustrie wäre schon geholfen, wenn man zuallererst aufhörte, ihr inhaltlich und strukturell eine linke Agenda aufzuzwingen. Solange Filmförderung zur Verbreitung linker Ideologie instrumentalisiert wird, verkommt sie vom Werkzeug der Kulturförderung zu einem Mittel politischer Meinungslenkung. Dem stellen wir uns im Sinne echter künstlerischer Freiheit entgegen.
Vielen Dank.
Vielen Dank. – Der nächste Redner ist Martin Rabanus für die SPD.