Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir stehen mitten in der größten industriellen Transformation seit Beginn des Industriezeitalters. Die Transformation unserer Wirtschaft ist kein fernes Ziel mehr. Wir erleben sie Tag für Tag in unseren Betrieben. Dort findet sie statt.
Wasserstoff nimmt dabei eine immer entscheidendere Rolle ein. Er ist der fehlende Baustein dort, wo zum Beispiel Elektrifizierung allein nicht ausreicht: in der Stahlproduktion, in der chemischen Industrie, vielleicht irgendwann auch im Schwerlastverkehr und in der Luftfahrt. Wenn wir unsere Industrie klimafreundlich aufstellen wollen, brauchen wir Wasserstoff. Und wir brauchen ihn schnell, zuverlässig, sehr viel günstiger als jetzt und in großen Mengen.
Das Wasserstoff-Beschleunigungsgesetz, das wir heute verabschieden, sorgt genau dafür: schnellere Genehmigungsverfahren, klarere Zuständigkeiten, weniger bürokratische Hürden. Einfach gesagt: Wasserstoff wird in vielen Rechtsbereichen ein überragendes öffentliches Interesse erhalten, und das ist richtig so.
Das Gesetz schafft Planungssicherheit für Unternehmen, die jetzt investieren wollen, und es sendet das Signal: Deutschland macht Ernst. Deutschland geht voran beim Aufbau der Wasserstoffwirtschaft.
Nehmen wir die Stahlindustrie. Heute basiert die Produktion größtenteils auf Kohle. Mit Wasserstoff kann Eisenerz direkt reduziert werden, nahezu CO2-frei. Das bedeutet: klimafreundlicher Stahl made in Germany. Das stärkt nicht nur unsere Klimaziele, sondern die Investitionen von heute werden auch die Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie von morgen sichern.
Oder nehmen wir die Chemiebranche. Viele Grundstoffe wie Ammoniak oder Methanol lassen sich mit Wasserstoff herstellen. Wer hier früh investiert, wird auf lange Sicht technologische Führerschaft erhalten. Das Gesetz hilft, Elektrolyseure schneller zu bauen und an das Stromnetz anzuschließen, und schafft so die Grundlage für neue Wertschöpfungsketten.
Meine Überzeugung ist: Wenn Transformation Verzicht bedeutet, wird sie scheitern. Sie wird aber gelingen, wenn durch sie neue Arbeitsplätze geschaffen werden, wenn in neue Technologien investiert wird und wenn neue Geschäftsmodelle entstehen.
Das Wasserstoff-Beschleunigungsgesetz ist deshalb kein Nischengesetz für einzelne Branchen, es ist ein Strukturgesetz für die Zukunft unseres Industriestandorts.
Lassen Sie uns diese Chance heute nutzen – entschlossen, pragmatisch und mit dem klaren Ziel, Deutschland zu einem führenden Standort der Wasserstoffwirtschaft zu machen. Zeit wird’s!
Vielen Dank.
Der nächste Redner in dieser Debatte ist Mathias Weiser für die AfD-Fraktion.