Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Wehrbeauftragte! Liebe Kameradinnen und Kameraden auf der Tribüne! Lieber Oberst Wüstner als Vorsitzender des Deutschen BundeswehrVerbandes, der auch heute hier ist! Es ist das Wesen eines jeden Militärs, strenge Hierarchien zu beachten: Vorgesetzte, die Unterstellten Befehle erteilen und dabei den Anspruch auf Gehorsam erheben müssen; Unterstellte, die darauf vertrauen müssen, dass die Vorgesetzten nicht nur die Auftragserfüllung um jeden Preis, sondern auch die Verantwortung für ihre Unterstellten wahrnehmen.
Unsere Truppe ist schlagkräftig. Unsere Soldatinnen und Soldaten zählen zu den am besten ausgebildeten überhaupt. Das liegt daran, dass Soldatinnen und Soldaten alle Pflichten haben, die ihnen dieses Haus hier aufgegeben hat, aber es liegt auch daran, dass Soldatinnen und Soldaten dieselben Rechte wie andere Staatsbürgerinnen und Staatsbürger haben. Sie sind Staatsbürger in Uniform.
Ein Ausdruck dieser Rechte ist, dass sich alle Soldatinnen und Soldaten unmittelbar an jeder so wichtigen militärischen Hierarchie vorbei an die Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages wenden können – wenn sie glauben, falsch behandelt zu werden, oder auf Missstände aufmerksam machen wollen. An der Hierarchie vorbei: Das ist in den Armeen dieser Welt einzigartig. Das kann nur dann funktionieren, wenn ich als Soldat weiß, dass mein Anliegen ernst genommen wird.
Im militärischen Alltag kann eine Eingabe Vertrauen unter Kameradinnen und Kameraden schwächen, aber sie kann auch Vertrauen stärken. Liebe Frau Dr. Högl, wer sich als Soldatin oder Soldat an Sie gewandt hat, wusste, dass Sie ganz persönlich die Eingabe lesen, der wusste auch, dass Sie nicht vorschnell verurteilen, sondern aufklären, analysieren, nachfragen und beraten, dass Sie nicht zuerst nach Schuldigen, sondern nach fehlerhaften Strukturen suchen. Durch Ihre Amtsführung wurde das Vertrauen in die Kameradschaft und damit auch die Schlagkraft der Truppe gestärkt.
Sehr geehrte Frau Dr. Högl, in Ihrer ersten Rede als Wehrbeauftragte am 19. Juni 2020 haben Sie zuallererst unseren Soldatinnen und Soldaten, ihren Familien und auch den Zivilbeschäftigten der Bundeswehr für ihren Dienst gedankt. Heute, liebe Eva Högl, danken wir Ihnen. Danke schön!
Und es zeigt, wie gut diese Koalition funktioniert. Frau Dr. Högl, einer Ihrer Wünsche war: Vergessen Sie die Frauen nicht! – Die letzte Rednerin in dieser Debatte ist eine Frau, ist Berufsoffizierin und ist das Zeichen, dass Frauen in der Bundeswehr funktionieren, dass die Bundeswehr funktioniert. Insofern: Es hat funktioniert. Weiter so!
Danke.
Vielen Dank. – Als Letzte in der Aussprache und zu ihrer ersten Rede darf ich Frau Kollegin Diana Herbstreuth von der CDU/CSU nach vorne bitten.