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62. Sitzung
Donnerstag, 5. März 202621. Wahlperiode, 62. SitzungOffensive gegen Organisierte Kriminalität – Staat stärken, Strukturen zerschlagen
6 VermerkeReaktionswert: lebhaft557 Wörter Zwischenfrage Im Protokoll lesen

Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Vor vier Wochen entdeckten Ermittler in meinem Wahlkreis einen der größten Drogenfunde Nordthüringens. Nicht irgendwo in einer größeren Stadt, nein, in einem kleinen Dorf im Eichsfeld – in der Mitte Deutschlands – hatten Kriminelle einen Drogenumschlagplatz aufgebaut, Marktwert: 1,4 Millionen Euro. Sicherlich nur ein kleiner Fang, aber das Beispiel zeigt: Organisierte Kriminalität findet nicht irgendwo statt, sie ist eine allgegenwärtige Herausforderung für unseren Rechtsstaat, in Stadt und Land, offline und online.

Delikten wie Drogenhandel, Geldwäsche, Schleusungen oder Cyberkriminalität werden wir zukünftig entschlossener begegnen können. Für uns gilt: Die Verbrechensbekämpfung muss besser organisiert sein als das organisierte Verbrechen.

Beifallbei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD

Genau das haben wir uns im Koalitionsvertrag vorgenommen, und die Bundesregierung setzt dieses Prinzip jetzt um. Mit dem Aktionsplan gegen Organisierte Kriminalität schlagen wir ein neues Kapitel gegen kriminelle Netzwerke auf.

Herr Abgeordneter, würden Sie eine Zwischenfrage aus der Linksfraktion zulassen?

Nein, ich würde gerne weiter ausführen.

Der AfD-Antrag wirkt schon deshalb deplatziert, weil drei Minister schon letzte Woche einen robusten Ansatz und konkrete Maßnahmen vorgestellt haben. Man fragt sich unweigerlich: Haben Ihre Mitarbeiter – die Oma, der Schwiegervater, sonstige „Beschäftigte“ – nicht mitbekommen, dass das Thema längst in Bearbeitung ist? Wenn Sie Anträge einbringen, müssten Sie doch Themen aufrufen, die diese Regierung und der Innenminister nicht auf dem Schirm haben.

Aber ich will Ihnen gleich sagen, dass Sie in der Innenpolitik kein Thema finden werden, das Minister Dobrindt – in guter parlamentarischer Begleitung durch uns – nicht schon angegangen ist.

Beifallbei Abgeordneten der CDU/CSU und der SPD

Wir ordnen Migration. Wir verbessern die innere Sicherheit. Wir vertiefen die europäische Zusammenarbeit – das wollen Sie ja nie –, etwa bei Europol.

Sie haben also erst mal viel Zeit, Ihre interne Situation zu klären – es ging ja hoch her in der Fraktionssitzung bei Ihnen –, und dann kommen Sie bitte mit substanziellen Inhalten hier zurück ins Plenum.

Da wird nichts kommen!

Meine Damen und Herren, beim Aktionsplan OK geht es um die gezielte Stärkung der Polizei- und Ermittlungsbehörden: weg von der Konzentration auf einzelne Taten und Täter, hin zu einem stärker finanz- und datengetriebenen Vorgehen. Wir nehmen den Banden das wirtschaftliche Fundament.

Übrigens hat die AfD bei allen Aspekten, die den Sicherheitsbehörden helfen würden – der Kollege Fiedler hat es ausgeführt –, in den letzten Wochen konsequent dagegengestimmt. Mit Ihren Ideen bekämpfen wir keine Organisierte Kriminalität.

Apropos „organisiert“ und vermutlich sogar „kriminell“: Aus Frau Weidels Landesverband schreibt man dieser Tage anklagend – ich zitiere –, die „Etablierung von Beutegemeinschaften“ oder eine „Kultur der […] Selbstbedienung“ liegen über der AfD. Das schreiben Ihre eigenen Leute. Und Sie wollen hier über Organisierte Kriminalität sprechen? Das ist einfach nur lächerlich.

Beifallbei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN

Meine Damen und Herren, in dem alten Märchen „Der Hase und der Igel“ heißt es: Jedes Mal, wenn der Hase dachte, er sei zuerst am Ziel, sagte der Igel gelassen: Ich bin schon da. – Das trifft gewiss auf unseren Minister zu und ebenso auf die Innenpolitiker von CDU, CSU und SPD: Wir sind schon da – und lehnen Ihren Antrag ab.

Beifallbei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD

So ist die Lage!

Wir hören für die AfD-Fraktion Christopher Drößler.

Beifallbei der AfD

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