Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Gott zum Gruße! Der Antrag der Grünen fällt vor allem durch eines auf, und zwar seinen moralischen Ton – ein Ton, der klingt, als müsse man in Deutschland erst noch dafür sorgen, dass Tierschutz in der Forschung wirklich ernst genommen wird.
Diese Darstellung geht aber weit an der Realität vorbei, meine Damen und Herren. Genau das Gegenteil ist der Fall. Wir haben eines der strengsten Systeme weltweit. Jeder Tierversuch muss genehmigt werden, und jeder Tierversuch wird ethisch geprüft. Und das von Ihnen geforderte 3R-Prinzip – also Vermeiden, Verringern, Verbessern – ist längst verbindlicher Standard und gelebter Alltag in deutscher Forschung.
Wenn Sie also mit dem Antrag den Eindruck erwecken, als stünden wir noch am Anfang dieser ganzen Sache, dann ist es nichts anderes als Misstrauen gegenüber der eigenen Wissenschaft.
Sehr geehrte Damen und Herren, das ist leider kein Einzelfall bei den Grünen, das ist ein Muster.
Die Grünen formulieren einen moralischen Anspruch und tun gleichzeitig so, als würde die Realität diesem Anspruch nicht genügen, obwohl sie es, zumindest in diesem Fall, längst tut.
Nehmen wir mal zwei Punkte aus Ihrem Antrag:
Erstens: Ihre Forderung nach einer Reduktionsstrategie für Tierversuche. Natürlich klingt das gut; das kann man verkaufen. Weniger Tierversuche – ja, wer will das nicht? Aber Sie tun so, als ginge es hier um ein politisches Steuerungsproblem. Dabei ist es in Wahrheit ein wissenschaftliches. Tierversuche werden ja nicht gemacht, weil jemand sie einfach nur so will, sondern weil sie in der Forschung leider immer noch erforderliches Minimum sind. Und die Zahl der Tierversuche wird bereits heute auf ein Minimum begrenzt – nicht durch politische Zielzahlen oder Planwirtschaft, wie es die Grünen wollen, sondern durch wissenschaftliche und rechtliche Prüfung.
Zweitens: Ihr Verweis auf Alternativmethoden. Ja, die gibt es, und ja, sie entwickeln sich dynamisch. Aber die Forschung ist ja längst viel weiter als Ihr Antrag. Denn Alternativmethoden werden bereits heute eingesetzt – überall dort, wo sie bereits valide sind; wo sie es nicht sind, werden leider immer noch Tiere verwendet.
Was Sie hier formulieren, ist also kein Fortschritt, sondern lediglich ein Nachvollziehen dessen, was längst passiert. Sie beschreiben die Vergangenheit und verkaufen es als politische Leistung. Das ist billig, liebe Grünen. So was macht man nicht mit dem deutschen Wähler.
Während Sie so tun, ignorieren Sie das eigentliche Problem: Wir haben im Bereich Tierversuche viel zu viele Regeln und zu viel Bürokratie. Die Genehmigungsverfahren sind zu komplex und dauern viel zu lange. Das hat ganz konkrete Folgen, zum Beispiel sogenannte Überschusstiere, also Tiere, die für einen Versuch gezüchtet werden, aber wegen verzögerter Verfahren nicht genutzt werden können. Das sind rund 1,4 Millionen Tiere pro Jahr. Das ist Realität, und das ist aus unserer Sicht natürlich nicht vertretbar. Doch dazu steht in Ihrem Antrag kein einziges Wort. Sie reden von Moral, aber blenden die praktischen Probleme vollständig aus.
Sehr geehrte Damen und Herren, guter Tierschutz entsteht nicht durch immer neue politische und/oder moralische Appelle.
Er entsteht dort, wo Wissenschaft verantwortungsvoll arbeitet und der Staat klare, funktionierende Rahmen setzt.
Wir sind in Deutschland in vielen Bereichen längst viel weiter, als Ihr Antrag suggeriert, und genau deshalb ist er überflüssig – übrigens auch Ihre ganze Partei.
Wir brauchen keinen moralischen Rückspiegel. Wir brauchen in der Politik endlich gesunden Menschenverstand und einen klaren Blick nach vorne. Das ist nur mit der Alternative für Deutschland möglich.
Danke schön für die Aufmerksamkeit, meine Damen und Herren.