Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Damen und Herren! Liebe Besucherinnen und Besucher! Das war ein Werbeblock für Elon Musk, wie Sie gehört haben. Das lässt sich die AfD-Fraktion hoffentlich wieder gut entlohnen, so wie bei vielen anderen Dingen auch.
Das ist auch die Strategie der AfD: Alles komplett an die Wand werfen und schlechtreden, gute Sachen auf keinen Fall hervorheben, zum Beispiel, dass wir bei der ESA-Ministerratskonferenz im Herbst 2025 mit 5,4 Milliarden Euro am höchsten gezeichnet haben. Durch den Geo-Return-Mechanismus kommt dieses Geld in die deutsche Industrie. Dort werden Arbeitsplätze geschaffen. Das ist quasi eine direkte Investition hier vor Ort.
Meine Damen und Herren, damit wären wir beim Punkt: Raumfahrt ist ein zentrales Anliegen deutscher Forschungs-, aber eben auch Wirtschafts- und Sicherheitspolitik. Der Erfolg zeigt sich darin, dass die Artemis-Mission, von der die Ministerin hier schon gesprochen hat, ohne deutsche Beteiligung gar nicht möglich gewesen wäre. Unter deutscher Beteiligung wurde das europäische Servicemodul mit gebaut und geliefert, das die Raumfahrtcrew mit lebenswichtigem Sauerstoff belieferte. Aber auch was die Energieversorgung, den Antrieb, die Kommunikation angeht: alles möglich durch dieses Servicemodul, gefertigt vor allem in Bremen, aber auch mit Beteiligung aus Augsburg und Ottobrunn. Ohne deutsche Beteiligung und die Zusammenarbeit mit der ESA könnte also keine weitere Artemis-Mission – und es werden noch weitere kommen, insgesamt vier bis zur Mondlandung – stattfinden.
Bei Raumfahrt und Mondmission geht es auch nicht um Science-Fiction oder Symbolpolitik, sondern es geht, erstens, um Wissenschaft. Innovationen für das Leben auf der Erde werden hier auch entsprechend vorangetrieben. Es geht um Technologien, die für die Raumfahrt entwickelt werden, aber eben auch auf der Erde einen enormen Nutzen haben; wir haben schon davon gehört. Besonders im Bereich der erneuerbaren Energien könnten die Entwicklungen von Systemen zur Energiegewinnung im Weltraum Lösungen für nachhaltige Energieversorgung auch hier bei uns auf der Erde bieten.
Es geht um ein breites Forschungsspektrum. Wir haben die Materialwissenschaften, die Kommunikationstechnologien, Medizin durch Raumfahrt. Technologien, die im Weltraum getestet werden, können zur Reduktion von CO2-Emissionen, zur Bekämpfung des Klimawandels beitragen.
Und es tun sich auch neue wissenschaftliche Perspektiven auf. Die Raumfahrt bietet Erkenntnisse, die in vielen wissenschaftlichen Disziplinen weitreichend Anwendung finden können. Zum Beispiel wurden GPS, medizinische Bildgebung und wasserdichte Materialien ursprünglich mal für die Raumfahrt entwickelt und sind heute bei uns nicht mehr wegzudenken.
Es geht zweitens um Industriepolitik. Der Wettlauf zum Mond fördert Innovationen in verschiedenen technologischen Bereichen. Besonders im Bereich der Raumfahrttechnik, in der Materialwissenschaft und der robotergestützten Fertigung kann Deutschland weltweit führend werden. Kleine und mittlere Unternehmen sowie Start-ups sind die wahren Treiber von Innovationen. Die Beteiligung an der Artemis-Mission sichert nicht nur Arbeitsplätze, sondern fördert auch das Wachstum zukunftsweisender Industrien. Wir wollen nicht, dass nur Großkonzerne profitieren oder deutsche Aufträge ohne Not an internationale Konsortien gehen. Die höchste Expertise findet sich oft in kleinen Unternehmen, und die sollten hier auch im Mittelpunkt stehen.
Es geht auch um Standortpolitik. Deutschland muss sicherstellen, dass auch Zulieferer und spezialisierte Unternehmen an der Raumfahrt beteiligt sind. Raumfahrt bietet eben Chancen für den Arbeitsmarkt. Es sind gut bezahlte Arbeitsplätze, die dort entstehen oder schon gegeben sind, in einer Vielzahl von Bereichen: von Ingenieurinnen und Ingenieuren bis zum Techniker oder zur Technikerin.
Es geht aber drittens auch um Sicherheitspolitik. Raumfahrt fördert wissenschaftliche und technologische Innovationen, die der ganzen Menschheit zugutekommen, und Raumfahrt hat eine geopolitische Dimension. Mondbasen können als militärische Präsenz verstanden werden. Der Mond könnte als strategischer Punkt für Weltraumwaffen und militärische Stützpunkte dienen, auch wenn der Weltraumvertrag von 1967 dies verbietet. Aber wir sehen ja in dieser neuen Zeit, dass sich manche Mächte gegebenenfalls nicht mehr an solche Verträge halten und welche Gefahren dann davon ausgehen können.
Der Mond ist, wie gesagt, ein symbolträchtiger Ort. Sicherheitsaspekte werden als ein wichtiger Bestandteil künftiger Raumfahrtstrategien erachtet. Ich würde Raumfahrt auch lieber zivil verstehen. Mindestens China, die USA und Russland sehen das aber oft anders. Wir können uns nicht von Staatschefs, die wenig bis nichts von Demokratie halten, unser Leben gefährden lassen.
Die Kosten wurden schon angesprochen. Nichtsdestotrotz ist hier der Geo-Return zu nennen. Andere Staaten machen es uns vor. Wir müssen in diesem Bereich aktiv mitarbeiten und am Ball bleiben. Artemis ist mehr als nur der Wettlauf zum Mond. Es ist die Chance, die Zukunft der Raumfahrttechnologie und -industrie mitzugestalten.
Vielen herzlichen Dank.