Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin Bär! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Regierungskoalition greift nach den Sternen und betreibt zum ersten Mal in der Geschichte unseres Landes wirkliche „Weltraumpolitik“. Sie zeichnet Projekte für die Rekordsumme von 5,4 Milliarden Euro bei der ESA und macht Deutschland zur Weltraumnation Nummer eins in Europa. Sie hat zum Ziel, dass in den nächsten Jahren ein deutscher Astronaut als erster Europäer den Mond betritt. Das zeigt: Deutschland steht nicht mehr an der Seitenlinie und wartet auf die Einwechslung, sondern ist aktiver Spieler einer dynamischen internationalen Raumfahrtszene.
Die Raumfahrt wird ein immer größerer Treiber von Forschung und Innovation. Klar ist aber auch: Wer vorne mitspielen will, braucht den politischen Willen, klare Prioritäten und verlässliche Rahmenbedingungen. Genau hier setzen wir an; denn Raumfahrt ist kein Selbstzweck. Besonders deutlich wird das im rasant wachsenden Ökosystem der Raumfahrtindustrie. Unternehmen wie Rocket Factory Augsburg und Isar Aerospace stehen für eine neue Generation von Raumfahrt made in Germany. Sie entwickeln Trägerraketen, schaffen hochwertige Arbeitsplätze und treiben wirtschaftliches Wachstum voran – und das mit internationaler Strahlkraft.
Gleichzeitig dürfen wir eines nicht vergessen: Raumfahrt bringt ganz konkrete Fortschritte für das Leben der Menschen hier auf der Erde. Gerade auch in der Medizin zeigt sich das eindrucksvoll. Die Schwerelosigkeit und die extreme Umgebung bieten einzigartige Bedingungen, um Krankheiten besser zu verstehen und neue Therapien zu entwickeln.
Ein Beispiel aus der Krebsforschung. Tumorzellen wachsen in Experimenten unter Schwerelosigkeit besser in dreidimensionaler Form – ähnlich wie im menschlichen Körper. Das hilft, realistischere Modelle für Tests neuer Medikamente zu entwickeln.
Ein anderes Beispiel ist die Erforschung von Alterungsprozessen. Astronauten zeigen im Weltraum deutlich schneller körperliche Veränderungen wie Muskelabbau und Knochenschwund. Das macht das All zu einem Zeitraffer für die Forschung an Krankheiten wie Osteoporose oder altersbedingten Herz-Kreislauf-Problemen.
Oder die Immun- und Infektionsforschung: Im All verändert sich das Immunsystem deutlich. Wissenschaftliche Projekte untersuchen, warum Viren und Bakterien aggressiver werden können und wie der Körper darauf reagiert. Das sind einerseits wichtige Erkenntnisse für uns Menschen auf der Erde, aber sie sind andererseits auch besonders relevant für zukünftige Langzeitmissionen, etwa zum Mars. Und spannend wäre auch die Frage, ob es Viren im All gibt; dann würden wir von „Astrovirologie“ sprechen.
Und schließlich das 3D-Bioprinting im All: In diesem besonders futuristischen Feld soll Gewebe in Schwerelosigkeit gedruckt werden. Ohne die störende Gravitation könnten in Zukunft komplexe Strukturen wie die „Niere im All“ stabiler entstehen als auf der Erde. Das wären konkrete Verbesserungen von Gesundheit und Lebensqualität dank Raumfahrt.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, all diese Erfolge kommen nicht von ungefähr. Sie sind Ausdruck einer klaren politischen Prioritätensetzung. Ich nenne hier ausdrücklich unsere Bundesministerin Dorothee Bär und ihr Haus, die sich mit Nachdruck für die deutsche Raumfahrt einsetzen und dieses Zukunftsfeld entscheidend voranbringen. Vielen Dank dafür!
Deutschland hat das Know-how, Deutschland hat die Unternehmen, und Deutschland hat die wissenschaftliche Exzellenz. Was wir brauchen, sind der Mut und die Vision, diese Stärken konsequent zu nutzen. Wir als CDU/CSU und SPD bringen genau diesen Mut auf.
Vielen Dank.