Zum Inhalt springen
82. Sitzung
Mittwoch, 10. Juni 202621. Wahlperiode, 82. SitzungAktuelle Stunde — auf Verlangen der Fraktion der AfD — Historisches Scheitern Deutschlands bei der Wahl in den UN-Sicherheitsrat – Konsequenzen für die deutsche Außenpolitik, Bundeskanzler Merz und Bundesminister des Auswärtigen Wadephul
7 VermerkeReaktionswert: hoch429 Wörter Zwischenfrage Im Protokoll lesen

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Ja, eine Enttäuschung; ja, eine herbe Niederlage. Deshalb ist es richtig, dass wir als Parlament uns heute nicht zuletzt mit Blick auf künftige Bewerbungen die Frage stellen: Was hat eigentlich zu diesem Ergebnis geführt? Die Bundesregierung, der Minister, Herr Wadephul, haben das, wie ich finde, in bemerkenswerter Offenheit bereits getan. Ich finde, es ist positiv, weil es der Einstieg in die richtige Aufarbeitung ist. Deshalb einen herzlichen Dank an Herrn Wadephul für diese Offenheit!

Beifallbei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD

Wer das objektiv tut – und das haben ja einige der Vorredner getan –, wird handfeste Gründe finden, wird Schlussfolgerungen finden, die man heute ziehen kann. Es ist der späte Einstieg, der im Nachhinein betrachtet ein Fehler war. Aber es ist auch an unsere klaren und für Deutschland relevanten Positionierungen zu wichtigen geopolitischen Fragen zu denken,

Zurufdes Abg. Mirze Edis [Die Linke]

die eben nicht von allen geteilt werden. Denn wer unsere deutschen Positionen ablehnt, der hat schlicht und ergreifend kein Interesse daran, dieser ohnehin starken Stimme noch mehr Gewicht durch einen Sitz im Sicherheitsrat zu verleihen.

Deshalb gibt es auch Schlussfolgerungen, die wir ziehen können. Die erste und wichtigste ist – Jürgen Hardt hat darauf in den Medien bereits hingewiesen, der Kollege Koob hat es vorhin auch gesagt –: Wir Europäer sollten künftig ein Interesse daran haben, Kandidaturen vorher besser miteinander abzustimmen.

Beifallbei Abgeordneten der CDU/CSU

Das haben wir auch gesagt!

Die stärkste europäische Stimme im Sicherheitsrat für uns ist die, die gemeinsam vorgetragen wird. Deshalb muss die Regel für die Zukunft sein, dass wir Diskussionen nicht auf der offenen Weltbühne austragen, sondern dass wir gemeinsam formulieren, von wem wir in diesem Rahmen vertreten werden wollen, meine sehr verehrten Damen und Herren.

Beifallbei der CDU/CSU sowie des Abg. Hendrik Bollmann [SPD]

Keine Schlussfolgerung, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, kann es aber sein, politische Positionen, die zur DNA der deutschen Außenpolitik gehören, aufzugeben, um mehr Stimmen in dieser Versammlung zu bekommen, aufzugeben, um anderen zu gefallen, gefällig zu sein wie Sie, Herr Frohnmaier. Das Bekenntnis zur Existenz Israels ist nicht verhandelbar.

Beifallbei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD

Unsere Unterstützung für eine starke Ukraine, die Europa gegen die russische Aggression verteidigt, ist nicht verhandelbar.

Beifallbei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD

Meine sehr verehrten Damen und Herren, das mag nicht jedem gefallen; aber das ist unsere Politik, die sich an unseren Werten und unseren Interessen orientiert. Das zählt für uns und nicht, gefällig zu sein gegenüber Autokraten und Diktatoren, wie Sie es sind, Herr Frohnmaier, wenn Sie wieder nach Moskau fahren und wenn Sie dort dafür sorgen, dass das deutsche Ansehen weltweit leidet.

Beifallbei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD

Das sieht der Wähler komischerweise anders!

– Genau, das sieht Herr Putin ganz anders, Herr Keuter. Sie gefallen dem ja offensichtlich auch.

Der frühere Staatsminister Michael Roth – den möchte ich an dieser Stelle anführen – hat gesagt und geschrieben: „Wir stehen zur Ukraine.“

Ähnliche Reden