Vielen Dank, Frau Präsidentin, für das Zulassen der Kurzintervention. – Frau Heiligenstadt, nun muss ich Ihnen wirklich sagen: Durch das permanente Wiederholen von Unwahrheiten wird das, was Sie sagen, nicht korrekter.
Erstens entlasten wir tatsächlich die unteren und mittleren Einkommen. Zweitens hat Ihre Kollegin bei Phoenix – ich weiß nicht, warum – meiner Argumentation und der von Herrn König sogar zugestimmt. Jetzt kommt eine kleine Nachhilfestunde für Sie: Das Wichtige ist nicht nur der Steuersatz – das werden die Steuerexperten hier bestätigen –, sondern das zu versteuernde Einkommen. Sie als Sozialdemokratin hat in einer Sendung selbst eingeräumt: Ja, die Millionäre und Superreichen zahlen manchmal tatsächlich nur 24 Prozent, weil sie so viele Sondertatbestände haben. – Da haben Sie Herrn König nämlich auch nicht zugehört. Die ganzen Sondertatbestände, die sich die Reichen, die sich Steuerberater leisten können, entfallen. Deswegen zahlen viele Millionäre bei uns – das müsste die Linken auch freuen – an dieser Stelle sogar mehr Steuern. Also merken Sie sich: Das zu versteuernde Einkommen, das zvE, ist maßgebliche zweite Größe bei den Steuersätzen.
Eigentlich müssten Sie jubeln, liebe Sozialdemokraten. Einen feuchten Traum des Kollegen Lafontaine realisiert meine Partei. Erstmalig in der bundesdeutschen Geschichte wird Arbeit nämlich nicht höher besteuert als Kapitalvermögen, meine Damen und Herren. Das ist eine große soziale Errungenschaft, die Sie in 40 Jahren nicht hinbekommen haben. Sie sollten also ganz bescheiden sein bei dem, was Sie hier sagen. Und bleiben Sie bei der Wissenschaft und bei der Wahrheit, bevor Sie hier solche Unwahrheiten verbreiten, liebe Kollegen! Es ist eigentlich unverschämt.
Danke.