Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren!
„Die Deutschen wurden vertrieben, aber nicht einfach mit einem Mangel an übertriebener Rücksichtnahme, sondern mit dem denkbar höchsten Maß an Brutalität.“
So schrieb der Publizist Victor Gollancz bereits im Jahre 1947. Vertreibung, Entrechtung, Folter und Ermordung waren das Schicksal der Deutschen in den Ostgebieten. Die Vertreibung der Sudetendeutschen charakterisierte der Völkerrechtsexperte Ermacora als Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die nicht verjährbar sind.
Doch während selbst in Tschechien ein Umdenken beginnt und die Regierung Millionen Kronen zur Instandsetzung deutscher Friedhöfe bereitstellt, scheitert eine empathische Erinnerung an das Leid der deutschen Heimatvertriebenen zuvorderst an uns Deutschen selbst.
Sinnbild dieser Empathielosigkeit ist das Zentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung in Berlin. Dort versucht man, das Massenverbrechen an den Deutschen in moderne Fluchtgeschichten aus Syrien und der Ukraine einzubetten. Neben dem Bullauge des versenkten Flüchtlingsschiffes „Gustloff“ steht gleichberechtigt das Fahrrad eines arabischen Migranten. Deutsches Leid wird zwanghaft kontextualisiert, gar relativiert. Deutsches Leid darf eben nicht für sich alleine stehen, wenn es nach den Eliten der Bundesrepublik geht. Es folgt stets einer plumpen Täter-Opfer-Erzählung.
Doch dieses Schuldnarrativ erodiert.
Junge Deutsche erforschen die Geschichte ihrer Großeltern, die vertrieben wurden. Die deutschen Minderheiten behaupten sich trotz ausbleibender Unterstützung Berlins. Und selbst immer mehr Deutschen wird klar: Wir haben ein Recht auf Heimat – damals wie heute.
Vielen Dank.