Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Wäre die Welt nicht viel schöner, wenn wir riesige Erdölvorkommen hätten wie die Saudis oder die größten Vorkommen an seltenen Erden wie etwa in China? Anscheinend nicht, denn lange Jahre ging es dem Durchschnittsdeutschen wesentlich besser als den Menschen im Nahen und Fernen Osten. Wer seinen Wohlstand nicht auf Öl und auf Bodenschätze stützen kann, muss im Wissen und Denken besser sein, und das waren wir auch – bis die Linken kamen.
Mit der letzten PISA-Studie wurden im Vergleich zur vorangegangenen Erhebung
schwerwiegende – hören Sie zu! – Leistungseinbußen in den Kernkompetenzen Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften festgestellt. Diese Ergebnisse bestätigen doch einen seit 2012 zu verzeichnenden Abwärtstrend.
Die Professorin Doris Lewalter und andere stellten in ihrer erschütternden Analyse besagter PISA-Studie fest – ich zitiere –: „Diese Befunde weisen auf einen erheblichen Förderbedarf von Schülern auf allen Leistungsniveaus hin.“ Warten wir doch einmal ab, ob die Anfang September erwartete neue PISA-Studie zu besseren Ergebnissen kommen wird. Ich befürchte, dass sich der Abwärtstrend leider weiter fortsetzen wird.
Die Kompetenz unserer Schüler hängt ganz wesentlich davon ab, wie gut die Lehrer sind. Aus diesem Grund müssen wir bei der Lehrerausbildung die höchsten Maßstäbe anlegen. Deshalb gibt es unseren Antrag.
Die Bologna-Reform wollte man uns mit hehren Zielen schmackhaft machen. Die Studienstrukturen in Europa sollten harmonisiert werden, um die Mobilität zu verbessern. Es sollten mehr Studenten zugelassen werden, indem man die Ausbildungsgänge abkürzt.
Jetzt haben wir den Salat: Die Bachelorstudenten studieren nicht kürzere Zeit. Uns fehlen die mobil gemachten Lehrer, die wir hier ausgebildet haben, damit sie uns verlassen und im Ausland arbeiten können. Die Bachelorstudenten stellen Module – und jetzt hören Sie gut zu, Herr Edelhäußer! – teilweise nach freiem Belieben zusammen und sammeln so ihre Leistungsnachweise. Jeder Akademiker ahnt doch, wie solch eine Zusammenstellung aussieht: Der Weg des geringsten Widerstands ist der attraktivste. Also ist die Nachfrage nach pädagogischen und didaktischen Seminaren am höchsten, und die fachwissenschaftlichen Ausbildungsanteile werden vernachlässigt.
Spätestens in der gymnasialen Oberstufe stehen dann die Lehrer wie die Deppen vor ihren Schülern.
Aber schon vor drei Jahren stellte die vormalige Vorsitzende des Philologenverbandes Schleswig-Holstein fest, umfangreiche und tiefgehende Kenntnisse seien unentbehrlich, wenn die Ziele des Gymnasiums weiterhin gelten sollen. Sie forderte die Rückkehr zum Staatsexamen für Lehramtsbewerber und hat recht behalten. Geschehen ist wieder einmal nichts.
Auch unseren Antrag – Herr Hose hat es schon angekündigt – werden Sie ja wieder ablehnen. Armes Deutschland!