„Sie werden diffamiert, rassistisch und transfeindlich beleidigt, ihre Arbeitgeber ins Visier genommen, und sie bekommen Morddrohungen. Apollo, Bild, Nius, Welt und Junge Freiheit hetzen den rechten Mob auf uns.“
„Ihr Geschäftsmodell sind politische Hetzkampagnen.“
Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen.
Die AfD möchte über Gewalt sprechen. Dann sprechen wir über Gewalt, über die Gewalt, die von Ihrer Politik ausgeht: Menschen nach ihrer Herkunft sortieren – das ist Gewalt. Familien auseinanderreißen wollen – das ist Gewalt. Massendeportation planen – das ist Gewalt.
Ihre Gewalt mündet in Vernichtung. Sie wollen alles zerstören, was unsere Gesellschaft ausmacht.
Doch Ihr Geschäftsmodell ist nicht nur Gewalt, sondern auch die Lüge – immer die gleiche Lüge –: Sie sagen den Menschen, ihre Nachbarn seien das Problem. Sie reden nicht über steigende Mieten, kaputte Schulen
und Politiker, die den Bezug zum Lebensalltag der Menschen verloren haben, sondern hetzen die ganze Zeit gegen Migranten, Flüchtlinge oder Bürgergeldempfänger. Und warum? Weil die AfD genauso wie unsere Bundesregierung von den echten Problemen der Menschen ablenkt und Politik für Milliardäre macht. Sie verteilen Reichtum nach oben und organisieren Hass nach unten.
Die Menschen in diesem Land sind wütend, und sie haben, verdammt noch mal, jedes Recht dazu. Sie erleben jeden Tag, wie das Leben teurer wird, wie am Ende des Monats an der Supermarktkasse das Geld knapp wird.
Sie erleben eine Bundesregierung, die unseren Sozialstaat plündert und gleichzeitig milliardenschweren Konzernen und der Rüstungsindustrie den roten Teppich ausrollt, eine Bundesregierung, die jeden dritten Euro in Panzer stecken will, während in Berlin-Neukölln jedes dritte Kind in Armut lebt. Auch das ist Gewalt – keine Gewalt, die vernichten will, aber eine Gewalt, die Menschen ihre Würde nimmt und ein Leben in Sicherheit verwehrt. Und genau davon lebt die AfD.
Immer mehr Menschen, die seit Jahrzehnten hier leben, arbeiten, Familien gegründet haben, fragen mich: „Wie lange können wir eigentlich noch in Deutschland bleiben?“, nicht weil sie gehen wollen, sondern weil sie Angst haben. Das kann ich nachfühlen; denn ich musste selbst erfahren, wie es sich anfühlt, wenn Nazis stärker werden. Vor acht Jahren wollten Neonazis meine Familie und mich ermorden, einer von ihnen ein ehemaliges AfD-Vorstandsmitglied in Berlin-Neukölln. Deshalb weiß ich: Rechter Hass bleibt nie bei Worten.
Die AfD ist der parlamentarische Arm des rechten Terrors in Deutschland, wie in Hanau, in Halle oder in Berlin-Neukölln. Genau deshalb begreife ich es als meine demokratische Verantwortung, überall dort Haltung zu zeigen, wo die AfD ihre Gewalt organisiert. Deshalb habe ich mich an den Blockaden gegen den AfD-Parteitag beteiligt: weil ich weiß, dass die AfD nicht die Zukunft dieses Landes ist,
weil wir bereit sind, um jede Sekunde dieser Zukunft zu kämpfen.
Am meisten bewegt hat mich wenige Stunden vor dem Parteitag in Erfurt ein älteres Ehepaar in der Andreaskirche, das erzählte: „Das letzte Mal, dass wir demonstriert haben, war 1989.“
Und nun standen sie dort in der Kirche, gemeinsam mit Tausenden anderen. Die Frau sagte unter Tränen: „Heute fühlt es sich wieder an wie damals.“ Die Kirche war voller Menschen, Jung und Alt. Fremde kamen miteinander ins Gespräch. Es wurde Tee gekocht und Kuchen geteilt. Wenige Stunden später gingen sie mit Tausenden weiteren Menschen auf die Straße, um gegen den AfD-Parteitag und für die Würde aller Menschen zu protestieren – Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, Menschen, die morgens den Bus fahren, Menschen, die Kranke pflegen, Menschen, die Regale einräumen, Menschen, die unsere Kinder unterrichten, Menschen, die dieses Land, verdammt noch mal, jeden Tag am Laufen halten. Sie von der AfD haben Angst vor Menschen, die zusammenhalten und sich nicht spalten lassen.
Erfurt hat mir gezeigt: Auch wenn wir uns einsam fühlen, die Angst uns auffrisst und die Ohnmacht uns lähmt: Wir sind nicht allein. – Ich kann Ihnen eines versprechen: Erfurt war erst der Anfang. Wir werden uns Ihrer Gewalt widersetzen: gegen die Gewalt der sozialen Kälte, die von der Politik der Bundesregierung ausgeht, und gegen die vernichtende Gewalt, mit der die AfD ihren Hass in unsere Kieze trägt. In diesem Sinne: Alerta, alerta, antifascista!