Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Mehr als 30 Millionen Bürger in Deutschland sind ehrenamtlich tätig, 1 Million bei den freiwilligen Feuerwehren, 80 000 im Technischen Hilfswerk, 2 Millionen in Sportvereinen. Alleine die in den Sportvereinen ehrenamtlich Tätigen leisten beeindruckende 538 Millionen Arbeitsstunden. 25 Prozent im Ehrenamt sind im Bereich Kinder- und Jugendarbeit tätig. Die meisten im Ehrenamt leisten bis zu fünf Stunden pro Woche.
All diese Bürger leisten täglich Aufgaben, die für das Gemeinwesen in Deutschland, insbesondere im ländlichen Raum, unverzichtbar sind. Engagierte im Ehrenamt arbeiten unentgeltlich; aber ihre Leistungen sind für unser Land unbezahlbar. Engagierte im Ehrenamt geben Kindern, Jugendlichen und Senioren ein Stück Heimat in einer Welt, die immer kälter und härter wird. Sie arbeiten ehrenamtlich in einer Welt, in der immer mehr gilt: Was nichts kostet, ist auch nichts wert. Ehrenamtler prägen das Bild in unseren Dörfern und Gemeinden. Sie sind die, die den Zusammenhalt der Gesellschaft fördern und sich damit für uns alle verdient machen. Unsere Ehrenamtler verdienen Dank und Anerkennung.
Mit dem Antrag „Ausbau der Ehrenamtskarte“ wollen wir den Ehrenamtlern in Deutschland unsere Anerkennung zeigen. In vielen Kommunen gibt es bereits eine Ehrenamtskarte. Berlin und Brandenburg haben gemeinsam eine Karte entwickelt. Berlin hat 80 Partner für Ehrenamtlervergünstigungen gefunden, darunter auch große Einzelhandelsunternehmen.
„Bürger, die sich im Ehrenamt engagieren, machen Deutschland besser“, hieß es in einem Werbespot zur Förderung des Ehrenamts. Nur der Bund kann die Ehrenamtskarte besser und großmachen. Er kann bundesweit für Vergünstigungen in Mobilität, Konsum und Kultur sorgen, die Ehrenamtskarte zu einer Karte machen, die den Engagierten im Ehrenamt bundesweit signifikante Vergünstigungen ermöglicht, zu einer Karte machen, die das klassische, unpolitische Ehrenamt der Wertschätzung weiter voranbringt und die ihr dient, zu einer Karte machen, die öffentlich wahrgenommen wird und damit das Ehrenamt stärkt.
Andere Signale gehen leider derzeit vom Familienministerium aus. So kämpft der Unterausschuss Bürgerschaftliches Engagement gegen die Kürzungen bei Freiwilligendiensten und im Bundesfreiwilligendienst. Freiwilligendienste gehören zwar nicht originär zum Ehrenamt, aber schon die Diskussion darum ist ein politisch falsches Signal.
Öffentlich differieren offensichtlich das Ansehen des Ehrenamts in der Bevölkerung und die Priorisierung der Regierung; denn die Mittelkürzung für „Demokratie leben!“ wurde nach Protesten und unter Einflussnahme der Familienministerin, Frau Giffey, wieder zurückgenommen. Die Regierung fördert leider nicht immer das Verbindende, sondern mit ihren politischen Projekten auch das Spaltende.
So hat es auch eine wichtige und gute Werbung für das Ehrenamt, die durch die Kommission „Gleichwertige Lebensverhältnisse“ initiiert wurde, in der Frau Giffey den Co-Vorsitz hat, nicht einmal auf die Internetseite des Familienministeriums geschafft.
Meine Damen und Herren, mit der Einführung einer bundesweiten Ehrenamtskarte würde die Bundesregierung ein Zeichen setzen, ein Zeichen der Wertschätzung für Helfer in den Sportvereinen, für Feuerwehren, für alle, die sich um unser Gemeinwesen verdient machen. Ehrenamtler in Deutschland sorgen für Heimat, sorgen für Wärme und Vertrauen, sorgen dafür, dass es den Menschen in Deutschland besser geht. Ich bitte Sie darum, unserem Antrag zuzustimmen.
Vielen Dank.