Wie gesagt, Frau Wehrbeauftragte, ich bin gespannt, wie Sie damit umgehen, wenn Sie diesbezüglich eine Eingabe erhalten. Ich hoffe, Sie schaffen es, sich von Ihrer bisherigen – wie bei uns allen – ideologischen und politischen Orientierung zu emanzipieren: im Sinne Ihres Amtes, im Sinne der Gesetze und besonders im Sinne unserer Soldaten.
Dass die Soldaten, die in der Bundeswehr ihrem Land, also allen Deutschen in diesem Sinne, dienen, keinen Beruf gewählt haben wie jeden anderen, sollte jedem klar sein. Bereit zu sein, schlimmstenfalls das höchste Opfer für seine Familie, seine Freunde, selbst für unbekannte Landsleute, für die Freiheit und Sicherheit der Deutschen, ja sogar unserer Bündnispartner zu erbringen, ist aller Ehren wert. Und das darf nicht nur ein Lippenbekenntnis von interessierten Politikern und kleiner Kreise sein. Unsere Soldaten verdienen Respekt und Anerkennung ihres Dienstes von der ganzen Gesellschaft, für die sie ihn leisten.
Angesichts der vielen Entbehrungen und hohen Belastungen, denen sich Soldaten nicht nur im Grunddienst, sondern auch in Krisen und besonders natürlich im Einsatz ausgesetzt sehen, brauchen sie unser aller Unterstützung. Nicht nur der Dienstherr, nein, unsere gesamte Gesellschaft muss die Rahmenbedingungen schaffen, damit sie nicht Fremdkörper sind, sondern notwendiger und geachteter Teil unseres Gemeinwesens. Was sie hingegen nicht brauchen, sind pauschale Unterstellungen und Verunglimpfungen, wie es bei den Linken lange Usus ist, wie es sich aber mittlerweile unter deren Druck bis ins vormals bürgerliche Lager hineinfrisst.
Der Beruf des Soldaten ist eben nicht nur ein Job, wie es mittlerweile vielfach dargestellt und beworben wird. Er braucht daher mehr sozialen Kitt, Bräuche, Traditionen, Identifikation, so wie in jeder Armee der Welt.
Geben wir also den Soldaten etwas, woran sie sich festhalten können, das ihnen Zusammenhalt und Orientierung gibt, nicht nur eine finanzielle oder intellektuelle, sondern zuletzt auch eine moralische und emotionale Legitimation für ihr Handeln; denn der reine Ordnungsrahmen, Material und Sold, auch der vielpostulierte, abstrakte sogenannte Verfassungspatriotismus reichen dafür nicht. Ein lebendiger, echter und gelebter Patriotismus, also die Liebe zu unserem freiheitlich-demokratischen Deutschland mit all dem, was dieser Begriff umfasst, wäre ein besseres Motiv für unsere Soldaten, eine bessere Begründung für all ihre Opfer. Und nicht zuletzt wäre das Zulassen und Befördern dieser Art des anständigen Patriotismus der beste Schutz gegen jede Form des Extremismus.