Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte ein paar Worte zu dem aktienrechtlichen Teil des Antrags verlieren, den die AfD gestellt hat. Die Begründung, die wir da von der AfD gehört haben, es gehe um einen Kampf der Geschlechter, hat mir fast die Sprache verschlagen. Ich dachte, ich sitze im falschen Film. Da merkt man, worum es geht: Hier wird sozusagen Klassenkampf als Geschlechterkampf und all dies gleichgesetzt. Unerträglich!
Dann habe ich mir gesagt: „Eigentlich kann man dazu gar nichts sagen“, und mich gefragt, ob ich mich hier drei Minuten hinstellen sollte, um zu schweigen oder zu sagen, was man Ihnen sagen muss, nämlich – nichts.
– Dazu komme ich gleich, keine Sorge! – Dann überlegt man sich natürlich, ob es doch bessere Vorschläge gibt.
Zunächst einmal: Sie wollen all die Quoten, die auch im Aktienrecht sind, wieder abschaffen. In der Tat, es gibt Diskussionen über die Frage, ob die Quote weiterführt oder nicht. Aber es geht Ihnen gar nicht um die Abschaffung der Quoten.
Es geht Ihnen darum – die Kollegin Schauws hat es gesagt –, das Rad zurückzudrehen.
Ich sage Ihnen: Da machen wir nicht mit.
– Sie müssen lauter schreien, damit es im Protokoll drinsteht.
Sie schreiben: Abschaffung der Quote, es solle nur um Eignung gehen. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen!
Was Sie doch meinen, ist: Frauen sind ungeeignet. – Sagen Sie es doch!
Aber das trauen Sie sich nicht zu sagen.
Weil Sie hier immer glauben, Sie sprechen für alle, möchte ich Ihnen etwas mitgeben, was ich vor einer Stunde drüben auf einer Tagung mitgenommen habe. Da haben wir über die wirtschaftsrechtlichen Entwicklungen gesprochen, und wir haben – die Kollegin Bauer hat es gerade schon gesagt – über den Vorschlag von Verena Pausder – #stayonboard – gesprochen, wie Frauen – das gilt im Übrigen auch für Männer – Familie und Beruf in Vorstandspositionen – ich sage ganz allgemein: in leitenden Positionen – besser miteinander vereinbaren können. Ich kann Ihnen sagen, wie die Zustimmung zu dieser Frauenförderung war: Sie lag bei über 95 Prozent.
Ich kann nur sagen: Das ist genau der Satz, mit dem dieses Plenum über Ihre Anträge abstimmen sollte: wegstimmen. Dann sind Sie unter 5 Prozent. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, meine Damen und Herren!
Und die letzte Minute schenke ich meiner Kollegin Launert, weil sie eine Frau ist.
Herzlichen Dank.
Letzte Rednerin in dieser Debatte ist die Kollegin Dr. Silke Launert, CDU/CSU-Fraktion.